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Jul 22

Einer mit viiiiiieeelen bunten Bildern

Posted on Sonntag, Juli 22, 2012 in Newsletter

 


Meine Damen und Herren, kommen wir nun zu etwas komplett anderem.

Ein wundervoller Vorteil der modernen Welt, umkreist von Internet und Flugzeuglärm, ist die Erfindung der Cloud – einer zentralen Sammelstelle im Internet für allerhand Daten, die zwischen verschiedenen Geräten abgeglichen werden. Soll heißen: Ich schreibe einen Text in der Uni, zu Hause ist er dann bereits gespeichert und ich kann ihn weiterschreiben. Oder ich schiebe am PC eine App in den Cloud-Ordner und kann sie auf dem Handy direkt öffnen. Yeah. Google bietet sie, Microsoft hat eine – am verbreitetsten ist wohl Dropbox. Ein tolles Feature: Fotos vom Handy können automatisch hochgeladen werden, sodass man nicht ständig die Speicherkarte mit dem PC abgleichen muss, sondern alle Fotos gleich schön nach Reihenfolge sortiert auf dem heimischen Computer liegen hat. Ein Segen für faule Säcke wie mich.

Und ein Segen für euch! Nachdem die letzten Texte eher ‚Walls of Text‘ (Fachbegriff) waren, ellenlange Aneinanderreihungen von Buchstaben über Dinge, die mir gerade in den Sinn kamen — so wird es diesmal einen ganz klassischen Newsletter geben, wie früher. Früher, bevor Facebook und Google um die Weltherrschaft kämpften (Idioten, die bekomme sowieso ich…), lange bevor man im Internet mehr gekauft hat als im Laden; sogar noch vor der Zeit, in der man voller Stolz mit 128 kb/s laden konnte. Was ich mit dem ganzen Geschwafel sagen will: Ich habe meinen inzwischen überquillenden Camera-Upload-Ordner in mühevoller Kleinstarbeit durchforstet und einen Haufen Fotos herausgesucht, zu denen ich ein wenig schreiben möchte. Ich hoffe, ihr könnt euch an der einen oder anderen kleinen Geschichte erheitern :)

Ach, übrigens: Ja, es gab schon vorher solche Texte – das ist aber schon etwas her. Der letzte hieß „Freytach“ und erschien Ende Mai 2011…

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Aktiviert habe ich diese Synchronisation Ende 2011, mit einem für mich typischen Foto: Wer mich kennt, weiß, dass ich auf meinen Profilfotos gerne eindeutig mich zeige, aber dennoch mein Gesicht stets durch irgendetwas verdeckt wird (das aktuelle Bild stellt dabei eine Ausnahme dar). Ende 2011 jedenfalls war ich gerade auf der Unitoilette (wie immer, dort kommen stets die besten Ideen!) und sah beim Pfötchen waschen in den Spiegel. Nun wurden Spiegel ja eigentlich erfunden, um sich darin sehen zu können – doch nicht dieser. Die perfekte Stelle für ein neues Profilfoto! Wer mich findet, erhält 23 Punkte.

 

Als nächstes ein weiteres ganz klassisches Bild. Nicht gerade die Meisterleistung, aber doch definitiv typisch: Wer mich kennt, weiß, dass ich ständig mit allen Dingen rumspielen muss, dass ich niemals ruhig sitze und dauernd an irgendetwas herum zupfe, streiche, schiebe, falte, male, schreibe und was weiß ich was noch alles. Da ist es doch selbstverständlich, dass sich diese Eigenart auch beim Essen auch nicht ändert… Gerade in Gaststätten werde ich dafür gelegentlich merkwürdig angesehen (aber das bin ich gewohnt) – denn natürlich esse ich – – – in geometrischen Formen.

 

<Randnotiz> Genau an dieser Stelle habe ich das Design dieser Seite geändert, weil das alte breite Fotos abgeschnitten hat. Als kleiner Gag ist das neue Design an Windows angelehnt, während das alte Stilmittel von Mac hatte… Jetzt ist wieder alles in Ordnung. </Randnotiz>

Eine Sache, die immer wieder zu Panik-ähnlicher Überraschung führt, ist mein Zimmer. Wer mich kennt, sollte eigentlich erwarten, dass es bei mir chaotisch aussieht, dennoch zeigen sich Leute, die die Ehre haben, mein Reich betreten zu dürfen, immer wieder schockiert. Nun ja, ich kann es zwar nachvollziehen – aber mal ganz im Ernst, was hattet ihr auch von mir erwartet?! Natürlich wird vor Besuch immer groß aufgeräumt, Staub gewischt, das ganze Mobiliar zugunsten eines besseren Feng Shui verändert — ich finde das recht blödsinnig. Man spielt anderen etwas vor, man gibt zu erkennen, in welchem Topzustand immer alles sei – nicht mein Stil. Hier also nun eine Weltpremiere: Ein tiefer, unzensierter Einblick in mein Zimmer. Ohne Aufräumen, mit Staub. Ordnungsliebe Personen unter euch werden weinen, Menschen mit nur einem geringen Sinn für Stil und Ordnung werden verdutzt den Kopf schütteln. Aber wo, wenn nicht in einem solchen Haufen aus Schrott und Kitsch, sollten auch Texte wie meine entstehen? Wo sonst sollte ein kleiner Typ mit Brille einen so verwirrt-kranken Humor entwickeln? Ladies and Gentlemen – mein Reich.

 

Ein kleiner Zeitsprung. Uni geht wieder los – mitten in den Osterferien. Einerseits fies, dass ich genau dann wieder in die Uni muss, wenn die ganzen Kiddies Ferien bekommen – andererseits haben die nur zwei Wochen, nachdem ich mich seit Februar im Nichtstun sulen konnte. Hach ja. Und noch ein Vorteil: Ganz am Anfang, zumindest die ersten beiden Wochen – hat man Platz. Viel, viel Platz. Das folgende Foto wurde morgens aufgenommen – zwar erst 8.39, aber auch da sind sonst noch genug Leute anwesend. Nicht aber – in den Ferien. Yay.

 

In der Uni angelangt, hatte ich wie üblich sehr viel Arbeit – ich lernte das griechische Alphabet, stellte neue Highscores in Angry Birds auf, expermientierte mit dem Zeichnen außergewöhnlicher Perspektiven… Also wie immer: Nichts relevantes in der Uni selbst. Ich frage mich echt macnhmal, wozu man so ein theorieloses Thema studieren sollte – und dann wird es mir immer wieder bewusst: Das deutsche Bildungssystem – es geht nicht darum, was du gelernt hast, sondern dass du gelernt hast. Wahnsinnig sinnvoll. Was hingegen tatsächlich sinnvoll ist (wird sich zeigen…), ist eins meiner neuen nutzlosen Talente. Wie einige von euch wissen, eigne ich mir gerne Fähigkeiten an, die sonst niemand hat (und auch sonst niemand ernsthaft lernen würde) – das Knacken von Schlössern als mein liebstes Beispiel etwa. Nun, in diesem Semester habe ich auch wieder etwas neues gelernt, was man quasi überall anwenden kann: Brailleschrift, oder auch Blindenschrift genannt.

 

Man hört ja gelegentlich, dass mein Studienfach von Frauen dominiert sei. Nun, dem kann ich nicht widersprechen – aber so schlimm wie dieses Jahr war es selten zuvor. Hat man sonst noch den einen oder anderen Kerl im Seminar sitzen, sodass die Frauenquote nur unscheinbare 85% zählt – so bin ich in diesem Seminar wirklich verzweifelt.  Ich frage mich: Wozu gibt es in der Uni überhaupt Männertoiletten? Dann fiel es mir wieder ein: Natürlich – für meine Profilfotos.

Wer findet ein männliches Wesen? Also ich nicht…

 

Und was mache ich die ganze Zeit in der Uni, wenn ich nicht gerade sinnlose neue Sachen lerne? Ich halte zum Beispiel Referate. Na ja. Mehr oder weniger. (Geschichten davon, wie frech man ist, werden ja immer erzählt – aber ich habe die Angewohnheit, sowas nicht nur zu erzählen sondern sogar noch mit Fotos zu belegen… Irgendwas ist bei mir kaputt.)

 

 

Zu diesem Bild kann ich nicht viel schreiben, ich fand es einfach nur putzig:

 

Dann wiederum fand ich diese beiden in Frankfurt und dachte mir: Ich glaube, sein Vater schläft gelegentlich in der Bahn.

 

 

Kommen wir zum nächsten Bild. Vor einiger Zeit – möglicherweise immer noch – wurden man per Werbeplakat auf die neue U-Bahn-Linie hingewiesen (U18 glaube ich? Keine Ahnung… Dem Bild nach jedenfalls). Jedenfalls hat mich dieses Plakat immer verstört. Nicht jeder kann auf Befehl hin ein fotogenes Lächeln aufsetzen, nicht jeder hat ein natürliches Lächeln, das sofort Freundschaft und Zuneigung ausstrahlt. Aber muss man dann so eine Person für ein Plakat auswählen? Also wäre ich noch etwas jünger, ich hätte echt Schiss vor dem Plakat. Ich will nicht wissen, wie viele Kinder wegen dieses Fotos schon Angst bekamen und weinen mussten. Aber der Typ ist bestimmt ein ganz netter Kerl, ich kenne ihn ja nicht. Von seinen Nachbarn wird er als unauffällig und freundlich beschrieben.

 

*Schauder* … Wenigstens konnte ich mich auf dem Heimweg an diesem schönen Ort wieder beruhigen. Ich war noch nie so außer Puste wie nach dieser Wiese.

 

So langsam sind wir schon bei der Gegenwart angelangt… eine Handvoll Bilder habe ich aber noch.

In letzter Zeit war das Wetter ja eigentlich ganz schön – Regen, Regen, Regen und Regen. Aber zwischendrin immer wieder die Sonne. Toll! Toll deshalb, weil es dadurch nicht so heiß war ♥  Und weil Regen, von innen betrachtet, einfach cool aussieht.

 

Ach ja, da fällt mir ein – das Foto ist zwar schon alt, aber mich hat der Kerl trotzdem begeistert. Nicht alle von euch werden den Witz dahinter verstehen, also falls euch das Bild nichts sagt, ignoriert es einfach. Für alle anderen: „Ich hab ihn gefunden!“ :D

Zwei Mal sogar.

 

An der Bushaltestelle „Endstation Zivilisation“, meiner Heimat, hat sich ein Plakatklebefuzzi einen kleinen Spaß erlaubt. Dass Plakate mal etwas schräg geklebt werden, kommt vor – oft merkt man es erst, wenn man sehr nah ran geht. Doch dieses Plakat…. sieht einfach großartig aus!

 

Inzwischen werden auch die Räumlichkeiten der Uni leerer, es geht auf die Ferien zu. Es ist nunmal so: Man darf pro Seminar zwei Mal im Semester fehlen. Das bedeutet allerdings, dass die vorletzte Stunde meist sehr knapp und die letzte so gut wie gar nicht mehr besucht wird. Schade – aber immerhin kann man massiv zu spät kommen und trotzdem noch freie Platzwahl haben. Immerhin.

 

 

Schön ist auch, wenn die Professoren versuchen, durch Fragebögen die Meinung der Studenten zu bekommen – und ich mich einfach nicht zurückhalten kann und eiskalt die Wahrheit schreibe. In diesem Fall passierte es in einem Seminar, dass jeden Donnerstag in der Früh stattfand. Toll war dann die Dozentin eine Woche später: „Und hier habe ich noch so einen Fragebogen bekommen – was bitte ist eine ‚Sneak‘?“

 

Und wie sah das Seminar dann für mich aus? Na ja, so eben…

 

A propos Kaffee: Vor einiger Zeit etwas tolles gefunden. Der erinnerungsfähige Leser weiß, dass ich immer mit allem rumspiele. Und mit genau dieser Einstellung finde ich dann diese wundervollen Zuckerwürfel:

 

Abschließend noch ein Foto, dass ich zwar schon mehrfach gezeigt habe – unter anderem auch im Newsletter – aber ich kann es einfach nicht oft genug zeigen. Dafür bin ich zu stolz darauf :D   Keine großen Erklärungen mehr, da diese Geschichte bereits Teil des Letters war. Trotzdem noch mal das Foto :D :D :D

 

 

~~~

 

Das wären dann also ein paar MB aus meinem Fotoordner. Ich hoffe, es hat euch ebenso gefallen wie mir, aus dem riesigen Schatz an Bildern ein paar kleine Highlights rauszusuchen – ein tolles habe ich aber noch!

Ständig nerven auf Facebook diese Semi-tiefsinnigen Bilder mit semi-tiefsinnigen Sprüchen darauf.  Immer ein ganz ganz nachdenkliches Bild (Wasser, Baum, Baby, unscharfes irgendwas) und ein ganz ganz nachdenklicher Spruch (alle auf dem Niveau von „Wer fällt, kann wieder aufstehen“, „Lebe dein Leben, nicht das eines anderen“ oder „Wenn es von Apple ist, ist es cooler.“). Als ich eines Abends nach Hause kam, ging ich über die Brücke unseren Bahnhofes (ja, wir haben einen!) und fotografierte spaßeshalber den Sonnenuntergang. Und was soll ich sagen? Das Bild erinnerte mich sofort an eben diese unermesslich tiefsinnigen Fotos, die immer so dargestellt werden, als hätte der oberste Designerfotograf schlechthin dieses Motiv nach tausend Versuchen endlich einfangen können. Von wegen! Das sind einfach nur Typen wie ich, die jeden Dreck fotografieren müssen. Ich konnte es mir also nicht verkneifen, auch einen blödsinnigen Spruch in großen Blockbuchstaben draufzusetzen. Und was soll ich sagen? Auf den ersten Blick wirkt es genau so wie eins der tausend Bilder, die Mädchen zwischen 12 und 16 jeden Tag 434 Mal liken. Super.

 

 

Das war es dann aber wirklich — in diesem Sinne also:

Viel Spaß noch im Leben!