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Es marschiert auf die Höhen meines Senkels

Posted on Donnerstag, Mai 10, 2012 in Newsletter

Meine überaus verehrten Damen und Herren! Es freut mich, dass Sie alle so zahlreich ersch…. Bitte? Anwesenheitspflicht? Stimmt, vorhin ging doch diese Liste… genau… Na ja, auch egal: Ich freue mich trotzdem. Schön, dass du da bist. Und du. Und du. Und du da vorne rechts: Du nicht, du siehst tuntig aus, das macht mir Angst. Kommen wir aber zu unserem heutigen Thema.

Ein sehr weiser Mann (ich) sprach einmal: Spürst du eine Flaute im Gespräch, ist dir ein wenig Fad in Gesellschaft anderer – so lästere. Lästern ist toll: Es eröffnet ganz neue Gespräche, man lernt Menschen (und deren dreckige Geheimnisse) kennen, jeder redet mit – auch, und insbesondere, solche Leute, die überhaupt keine Ahnung haben! Man kann über andere Leute lästern, über Begebenheiten, über die Politik – selbst über Dinge, die man gar nicht kennt oder von denen man nie etwas gehört hat, kann man sich in wenigen Minuten richtig saftig aufregen (vgl. Facebook-Diskussion d. CSU). Lasst uns also nun das Wissen in die Tat umsetzen und lästern. Wo wir gerade davon sprechen – mir fällt da just in diesem Augenblick etwas ein, worüber ich unbedingt mal motzen muss: Typische Floskeln, die Leute sagen – die aber eigentlich Blödsinn sind.
Da die Sprache mein Spielball ist, den ich in Situationen der Langeweile verspielt zerkaue, habe ich ein sehr feines Gehör für alles Gesagte in meinem Umfeld. Dabei gibt es immer und immer wieder Sätze, Wörter und Aussagen, die jeder kennt und benutzt – die jedoch, fein säuberlich zerlegt und interpretiert, ziemlich unsinnig sind. Ich weiß, dass die folgenden Aussagen Haarsplatterei* betreiben, aber es macht einfach immer wieder Spaß, darüber nachzudenken, was wir eigentlich sagen. So denn – was nervt mich denn so alles? Ich möchte euch zwei Beispiele geben, der Dramaturgie zuliebe beginne ich mit dem schlechten (weil eher ungewöhnlichem) Beispiel:

 

„Lass mich nicht lügen!“


Ein Satz der Marke „WTF?!“. Er kommt recht selten vor und klingt schon in sich merkwürdig, aber er ist dennoch eine kurze Betrachtung wert. Glanzbeispiel: Beim Spielen von Warhammer 40k am PC, das ist so ein typischer Fantasy-Kram mit Orks, Supersoldaten usw. über den es reichlich Bücher, Romane, Nachschlagewerke etc. gibt, fängt ein Freund neben mir (der gerade spielt) an zu sabbern: „Ohhh, da liegt eine ganz besondere Waffe! Die wollte ich schon immer haben!” – dann aber zögert er: „Aber Moment, dies ist ein rein interstellarer Konflikt ohne Mitwirken der oberen Einheiten in kürzeren Zeiträumen, da stand mal etwas im 86. Roman, Seite Viertausendzweihundertunddreiunddrei-, lass mich nicht lügen – ViertausendzweihundertundVIERunddreißig! Da stand, dass es ist diesem Fall moralisch… ich sag mal: fragwürdig ist, ob diese Waffe einzusetzen ist – also ne, also ich fühle mich nicht gut dabei. Ne, das lasse ich lieber.“ (Dieser Satz ist zwar nicht 100% authentisch, aber in ähnlicher Form tatsächlich gefallen.) Was also bedeutet dieser kreative Imperativ? Achtung, ich lüge gleich? Lass es nicht so weit kommen? Schlag mich schnell? Spritze mir ein Wahrheitsserum? Verklebe mir den Mund? Ich meine, woher kommt dieser Satz? Wurde ein frommer Katholik gezwungen, gegen seine Überzeugung auszusagen, und flehte um Gnade? War es ein Lügenfetischist, der mit Hilfe eines Freundes krampfhaft versuchte, seinem Zwang zu widerstehen? Ganz egal, wo dieser Satz herkommt: Er ist einfach nur Blödsinn.

 

Das mag aber reichlich übertrieben sein – nehmen wir also als zweites Beispiel einen Satz, den jeder von euch kennt und bestimmt oft genug hört:

 

„Ich bedanke mich.“


Gerne auch „Ich begrüße Sie“ oder „Ich verabschiede mich“ – Blödsinn! Sag nicht, dass du etwas tust – mach es! Zumal man es ja nicht nur sinnlos ankündigt, sondern es noch dazu anschließend überhaupt nicht tut! Vor langer Zeit, als der Islam noch zeitgemäß war, konnte man sich so vielleicht als hohe Persönlichkeit verhalten: Die Tür öffnet sich, ein klappriger Kerl kommt herein und verkündet: „Es tritt ein – der König!“ Dann kommt der Kerl rein. Oder eben als Stellvertreter: „Der König dankt für diese Speisen.“ – geht auch noch. Aber sich selbst ankündigen? Und es dann auch noch vergessen zu tun?! Für die Leute, die jetzt behaupten, man würde sich doch mit diesem Satz bedanken bzw. verabschieden oder was auch immer: Nein! Das tut man nicht! Einfaches Beispiel: Szene im Restaurant. Gast winkt, Kellner kommt angewatschelt. Gast sagt: „Ich bestelle nun.“ Dann zieht er sein iPhone aus der Hose und wartet auf sein Essen. Noch nicht überzeugt? Gut, sehen wir eine Stunde später noch mal in dieses Restaurant – der Gast ist fertig (mit was auch immer), er erhebt die Stimme und spricht: „Herr Ober – ich zahle.“ Dann steht er auf und geht. Verdutzt ruft ihm der Kellner nach: „Ich bedanke mich.“ – jeder hats verstanden? Es ist einfach nur falsch, zu denken, „Ich bedanke mich“ stünde für Dankbarkeit. Und „Ich grüße Sie“ grüßt auch nicht! Ich weiß, so was ist vollkommen egal und es stört auch niemanden – außer mich! Nämlich dann, wenn man einmal darüber nachdenkt und merkt, wie falsch das einfach nur ist. Hoffentlich nervt es jetzt einige von euch auch. Hehe.

 

~~~

 

Zweiter Teil. Die Aufmerksamen Stalker unter euch wissen es schon – aber ich habe wieder einmal versucht, einen Religionskrieg anzuzetteln. Vor nicht langer Zeit schlenderte ich durch Frankfurt – wer hätte das gedacht. Jedenfalls habe ich kurz davor mit einem Freund (ja, sowas hab ich) über eins meiner favourisierten Themen debattiert – die Muselmänner. Nach einigem Hin und Her war er sich sicher: “Ey, wenn du in ne Moschee reigehst – du kommst da nicht mehr lebendig raus.” In meinem Kopf sah mich sofort das ‘Challenge accepted’-Männchen an und ich konnte nicht anders als zu erwidern: “Pass auf: Ich komme nicht nur lebendig wieder raus, ich nehme auch noch einen Koran mit!”.
Gesagt, getan.

Ich musste zugegebenermaßen mehrere Islambesetze Gebäude ablaufen, aber im dritten ging die Party dann los. Ein wenig interessiert umherlaufen, fragende und weiterhin interessierte Blicke wandern lassen, dann vorsichtig zur Tür rein. Erst umsehen, ab zur Lobby (wie auch immer die korrekt heißen mag), dann Schuhe aus (die armen Kerle, im Sommer müssen die da drin sterben…) und in die große Halle gelaufen. Alles mit Teppich ausgelegt, zahlreiche Bilder an den Wänden (natürlich auch welche von Mohammed, trolololol) – und ein Regal mit einigen Koranen. Ein Schelm, wer böses denkt.
Natürlich blieb ich nicht unentdeckt, aber da Worte aus mir heraussprudeln wie Eiter aus einer schlecht behandelten Wunde, war das natürlich kein Problem. Ein wenig Heuchelei über ein Referat an der Uni – und sowieso wahnsinniges Interesse am Islam! – und schon wird man freundlich empfangen. Was ich dazu sagen möchte: Ich wurde tatsächlich sehr freundlich aufgenommen, alle waren sehr nett und gastfreundlich. Wäre ich kein Soziopath, würde ich mich tatsächlich schlecht fühlen deswegen – also sagen wir zumindest: Ich entschuldige mich für diese Aktion bei all jenen, die mich an diesem Tag so angenehm eingeladen haben. Ist eigentlich fies, über den Islam zu lästern, sich dann aber als Christ in eine Moschee einzuschleusen und so eine Nummer abzuziehen. Dieser Absatz soll nur zeigen: Wenngleich ich solche Dinge gerne und immer wieder tue – so besitze ich doch einen gewissen Respekt vor diesen Leuten. Trotzdem: Ich habe es getan, und ich würde es wieder tun :)
Nach einigen Gesprächen setzte ich also ein zufriedenes, erleuchtetes Lächeln auf und machte ich mich wieder auf den Weg nach draußen. Um diese unendlich wertvolle Lektion noch weiter zu vertiefen, hatte ich sogar zugenommen – etwa 300 Gramm, in Form eines Korans. ‘Der Teufel in Person.’ (nicht meine Worte)

 

Ich Fiesling.

 


Ich möchte hier nun keine Abhandlung über den Qur’An halten, dennoch eine Handvoll Dinge, die ich erwähnenswert finde:

 

  • Der Qur’An wurde über einen Zeitraum von 23 Jahren offenbahrt. Geniale Begründung: Allāh weiß um die Schwäche seiner Schöpfung bei der Umsetzung neuer Regeln und dem Absetzen alter Regeln (Beispiel: Alkoholverbot), deshalb publizierte er seine Beiträge nur in einigem Abstand. (Und, um es spannender zu machen. Ehrlich.)
  • Der Qur’An klaut von der Bibel. Ernsthaft! Er wurde ja lange danach geschrieben, und sinngemäß steht es da etwa so: “David hat Goliath besiegt. Aber nicht, weil er ein Christ war – ne ne, er hat in Allāh vertraut und der hat ihm dann geholfen.” Stimmt natürlich, weil Gott Allāh ist – aber es ist schon lame, einfach die Geschichten von jemand anderem zu nehmen und zu sagen: “Das war eigentlich mein Werk.” Das ist ja so, als würde Apple behaupten, ‘Slide to unlock’ erfunden zu haben.
  • Die Geschichten wiederholen sich! Das ist zwar in der Bibel genauso, aber: Der christliche Wälzer ist eine Sammlung diverse Autoren (deshab auch immer “Bibel, die ; Moses et al.”) – der Qur’An hingegen hatte nur einen Autoren…
  • Die einzelnen Suren sind nach Länge geordnet – fast. Ein paar fallen aus diesem Schema heraus! Ich sage: Passiert, jeder verzählt sich mal. Strenggläubige Muslime sagen: Daran erkennt man, dass die Reihenfolge absichtlich gewählt ist! Deshalb ist es – den Punkt finde ich absurd witzig – unerwünscht, in Gebeten Suren in der falschen Reihenfolge zu zitieren. WTF?! Wenn man also Sure 15 zitiert hat, kann man ruhig 16-114 zitieren, nicht aber 1-14. Was soll denn der Blödsinn? Als ob man im Gottesdienst nicht zuerst von der Offenbahrung, dann aber vom Auszug in Ägypten reden dürfte…

 

Alles in Allem ist es doch recht interessant, sich mit diesem Schmöker zu befassen – wenngleich er leider ebenso zäh zu lesen ist wie die Bibel. Noch ein interessanter Fakt: Der Qur’An kann nicht übersetzt werden! Er war seinerzeit in einer sozusagen schlechten bis gar falschen Sprache geschrieben, doch inzwischen ist er wie ein Duden für das Arabische! Das heißt etwa: Vor Erscheinen des Bestsellers sagte man “Ich tu dich platt”, aber im Koran steht “Ich mach dich platt, Ungläubiger”. Wenngleich der Koran also an sich falsch war, so wurde dessen Sprache als korrekt übernommen. Finde ich bemerkenswert. Die Sache mit der Übersetzung: Man kann die gottgegebenen Worte des Qur’An unmöglich in andere Sprachen übertragen – deshalb gibt es auch keine deutsche Fassung des Koran, sondern nur “die ungefähre Bedeutung der Worte des edlen Qur’An”. Den Punkt finde ich tatsächlich sinnvoll – Die Originalversion der Übersetzung vorziehen before it was cool. Erinnert ihr euch an die Szene in Fluch der Karibik, in der der Holzaugenpirat die Bibel zu lesen versucht, sie aber falschrum hält? Er sagt: “Der Versuch zählt” – so sagt es auch der Koran: Es ist seliger, die arabischen Schriftzeichen anzusehen (auch wenn man sie nicht versteht), als eine schlechte Übersetzung zu lesen!
Einen letzten Punkt habe ich noch. Wie zuvor erwähnt, werden die Suren (Kapitel, sozusagen) immer kürzer – sodass die letzten kaum noch einen Absatz lang sind. Und ratet mal, welche ich da gefunden habe: Sure Nr. 109 – “Die Ungläubigen”. Mal sehen, wo der Teil mit “so flieget Flugmaschinen in die höchsten Gebäude der Ungläubigen” steht:

 

Sprich: "O ihr Ungläubigen! 
Ich diene nicht dem, dem ihr dient,
und ihr dient nicht Dem, Dem ich diene.
Und ich werde nicht Diener dessen sein, dem ihr dient,
und ihr dient nicht Dem, Dem ich diene.
Ihr habt eure Religion, und ich habe meine Religion."

 

Moooooment – was soll das denn?! Da steht, ich habe meinen Glauben und ihr habt euren? Mehr nicht? Blutmassaker, Ausrottung, Yiihad? Nichts? Gar nichts?! Pah.
Ich muss zugeben: Der Qur’An ist natürlich gegen die Andersgläubigen und droht ihnen mit Hölle und sowas, aber generell dürfen Muslime mit Andersgläubigen verkehren, mit ihnen arbeiten und essen, mit ihnen in Frieden leben. So schreibt es der Qur’An. Tja, dumm gelaufen.

 

In diesem Sinne: Viel Spaß noch im Leben . . . . . . . Ungläubige.

 

 

*ist kein Fehler. Ist ein ab jetzt geschützter Begriff.

 

P.S.: An die Moralapostel, die jetzt denken, ich hätte eben online ein Verbrechen gestanden: Ich habe den Koran nicht gestohlen!

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