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Apr 13

Und wieder ist Freitag der 13. …

Posted on Freitag, April 13, 2012 in Newsletter

Zugegeben, die letzte Pause war lang. Ziemlich lang. Und ich muss mich auch jetzt noch zwingen, etwas zu schreiben – da war Freitag der 13., nachdem der vorige Text ebenfalls an einem solchen erschien, natürlich passend. Nennen wir es „vorgezogene Sommerpause“, was gar nicht mal so falsch ist: Heißt es nicht immer, in der Sommerpause sammle man seine kreativen Ideen? Nun, eigentlich liegt diese Pause natürlich an den Werbekunden und solchen Dingen, doch in meinem Fall war (und ist) es etwas anders: Ich war anderweitig beschäftigt, ich hatte alle meine bizarren Inspirationen und jegliche kreative Wucherung in ein anderes Projekt gesteckt, über das ich aber leider noch nicht wirklich etwas sagen kann. Es ist zwar bis jetzt noch klein und süß, aber schon porentief genial. Hat sich also schon mal gelohnt. Alles weitere in hoffentlich naher, eher wohl mittlerer und wahrscheinlich entfernter Zukunft. Ich plane aber, bis zum 21.12. fertig zu werden.

Der Grund, warum ich gerade jetzt wieder schreibe, liegt zum großen Teil am Datum – aber auch daran, dass ich wieder in der Uni sitze. Sieht man sich die Evolution des Letters einmal an, ist eine deutliche Veränderung bemerkbar: Zuerst eine Sammlung (lustiger?) Links, dann kleine Beiträge zum Schulalltag, folgend immer weniger Links und immer mehr Text. Zum Start meines Studiums der Umstieg auf diesen Blog, weil die Generation Facebook häufiger auf eben diesem surft, als deren Mails zu checken – und ab diesem Zeitpunkt nur noch Fließtexte. Schwankend zwischen fiesen satirischen Texten über meine persönlichen Erfahrungen und Geschichten über absurde Fantasien waren wir mal bei bitteren, schwarzen Lästereien, bei zynischen Dialogen und epischen Geschichten über – wer hätte das gedacht? – Weltherrschaft. Hier nun die letzte Entwicklung: Die Geschichten wurden länger, intensiver, sogar durchdachter (was ich mir für Gewöhnlich spare, für Interessierte dazu später mehr) – und damit war dann erst mal das Ende der Fahnenstange erreicht. Ich konnte nicht einfach zwei Wochen nach dieser verhältnismäßig riesigen Geschichte einfach einen kleinen Text über Kaffee schreiben, das hätte nicht gepasst. So hielt ich ‚Globaldomination‘ also als Staffelfinale und beließ es fürs Erste dabei. Bis jetzt. =)


Wer ist eigentlich für das Putzen der Fenster hier verantwortlich? Machen die das einfach zufällig oder steckt da ein Code dahinter?
Wer ist eigentlich für das Putzen der Fenster hier verantwortlich? Machen die das einfach zufällig oder steckt da ein Code dahinter?

 

Dieser Beitrag hier wird also eher ein privater Plausch als ein großes Werk, aber ich kann euch versichern: Ich bin des Schreibens nicht müde, die vereinzelten Nachfragen über ein Fortbestehen des Letters kann ich lächelnd zertreten, zerreißen, zermatschen, zerknatschen und dezent zur Seite schieben: Diese Texte wird es noch lange geben. Außer, ich sterbe vorher – aber das bezweifle ich, ich bin da vollständig pessimistisch.

Ich schrieb eben, dass ich ungerne durchdacht schreibe – darüber hatte ich vor kurzem ein interessantes Gespräch, dessen Inhalt für den einen oder anderen interessant sein könnte: Wie schreibe ich? Improvisation. Reine, ungefilterte Kreativität. Keine Blockaden, keine Verbesserungen. Wie so oft orientiere ich mich bei den Aufgaben meines Lebens an den Weisheiten der Kinder: Habt ihr mal die kleine Brut beim Spielen beobachtet? Na ja, hoffentlich nicht – das wäre irgendwie gruselig, wenn ihr auf einem Spielplatz im Busch sitzen und die Kleinen beobachten würdet… Ich für meinen Teil habe ja (ist dieser Umstand eigentlich allen bewusst? Ich weiß gar nicht, ob ich mal darauf eingegangen bin…) vor meinem Studium im Hort gearbeitet und hatte alle Zeit der Welt, das Verhalten von Kindern ausführlich zu analysieren. Hat mir übrigens mehr gebracht als das gesamte Studium zusammen, doch das nur am Rande. Jedenfalls ist meine Art zu Schreiben auch im Spiel der Hüfthohen zu erkennen: Stellt euch einen jungen Jungen vor, der mit Autos auf diesem übermäßig genialen Straßenteppich spielt. Er erfindet seine Geschichte live, es passiert einfach. Wenn er einen Banküberfall spielt, kommt die Polizei – die Täter können aber durch den Hintereingang entkommen. Wäre das im Kino passiert, säße garantiert so ein Volldepp neben dir, der dann gleich wieder alles auseinander nehmen würde: „Als ob die Polizei nicht am Hintereingang gestanden hätte. Also ne. Das ist jetzt schon krass unreali…“ [da es sich nur um eine Imagination handelt, schlage ich dem Kerl an dieser Stelle ins Gesicht. Ich kann solche Typen nicht ausstehen – stellt euch vor, mit so jemandem Fast 5 oder Sin City zu sehen. ARRGGHH!!!!!] – so, wo waren wir? Ach ja: Selbst WENN das Kind bemerkt, dass die Polizei den Hinterausgang hätte beobachten müssen, so wird es trotzdem nicht sagen: „CUT! Nochmal!“ – es ist passiert, also ist es passiert. Genau so schreibe ich. Natürlich gibt es „live-Verbesserungen“, also ich ändere schon mal den einen oder anderen Absatz oder füge später noch etwas hinzu – aber das sind dann Formsachen, weil es schöner klingt oder sich besser liest. Dennoch ändere ich nichts, weil ich später denke, dass es unpassend oder unlogisch sein könnte. Manchmal denke selbst ich, „das ging jetzt zu weit“ oder „das ist schon nicht mehr lustig“ – aber ich sehe das wie bei einem Lied: Kennt ihr das, wenn ihr ein Lied erst doof findet, im Laufe der Zeit dann aber immer besser? Ihr denkt dann später, das Lied ist toll. Ich hingegen denke mir: Ja, jetzt finde ich es toll – anfangs war es aber nicht so gut. Und DAS ist es, was man bei kreativen Arbeiten beachten muss! Da ihr meine Texte vermutlich nicht immer wieder lest (trauriger Weise), ist es also nicht entscheidend, was mir nach dem vielfachen Lesen auffällt und wie ich es nach der zehnten Lektüre finde – sondern was mein erster Gedanke war, erstes Lesen, erster Eindruck. Gerade bei meinem aktuellen Projekt war ich im Nachhinein selbst etwas verunsichert, was ich im Park für eine Szene geschrieben habe – zu heftig, finde ich inzwischen. Zu krass, um wirklich noch lustig zu sein. Ich würde diese Szene nicht wieder verwenden, aber dieses eine Mal bleibt sie drin. Das ist sozusagen meine eigene uncut-Garantie: Es wird nichts herausgenommen, weil es vielleicht doch unpassend war – was einmal gemacht wurde, bleibt auch. Das mag nicht immer die beste Entscheidung sein; aber es ist definitiv besser, als jede Szene zig mal zu bearbeiten.

 

Ich hatte gerade Zeit.
Die ganz alten unter euch könnten erkennen,
was ich damit sagen will. Werden sie aber wohl nicht.

 

So viel also zu den brennenden Fragen der Menschheit. Mir fällt gerade etwas Grässliches auf: Ich habe das getan, was ich seit Gründung dieser Seite stets ins Lächerliche gezogen habe – ich habe einen ganz normalen Blog geschrieben. Einen dämlichen Text über das, was ich gerade denke und was niemanden interessiert. Super. Ich hoffe, ihr hattet trotzdem Spaß – es wird garantiert wieder anders werden, ganz wie in alten Zeiten. ^o^

 

In diesem Sinne – auf die neue Staffel des Newsletters, auf viele neue Texte in gewohnter Qualität und auf das Wichtigste überhaupt, was man über alles und jeden stellen sollte:

 

Viel Spaß noch im Leben!

 

♥
Klick mich, damit ich wachse!