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Aug 23

In aller Deutlichkeit.

Posted on Dienstag, August 23, 2011 in Newsletter

Ich freue mich, dass Sie so zahlreich erschienen sind.

Ich habe seit Kurzem ein Smartphone und möchte damit angeben – jedoch nicht hier. Hier möchte ich auf etwas anderes hinaus, auf etwas, was mich sehr verstört hat: „Hast du jetzt auch ein iPhone?“. Diese Frage. Mehrfach. Von Lesern meines Letters.

Reicht es nicht, in so ziemlich jedem meiner Texte mindestens einen Absatz voll tiefem Hass gegen Apple zu schreiben? Reicht es nicht, bei so ziemlich jeder Gelegenheit Apple bloßzustellen und deren Lügen, Dreistigkeit und metaphorische Bosheit vorzuführen? Offenbar nicht, ich werde weiterhin gefragt, ob ich als Computer-Nerd denn tatsächlich etwas von Apple nutzen würde.

Nun denn. Ich werde heute einen langen Text schreiben, der längst überfällig war. Ich werde Dinge wiederholen, die ich bereits geschrieben habe; ich werde Dinge schreiben, die ich jedem von euch schon erzählt habe – doch geschehe dies nun an einer Stelle gesammelt, in einem Text gebündelt, auf dass ich in Zukunft hierauf verlinken und mir jedes Mal die gleiche Diskussion ersparen kann.

 

Kommen wir zuerst zu dem Teil, der laut Kokowääh immer der einschläfernste ist: Die Motivation der Hauptfigur. Warum mache ich das alles? Für eine bessere Welt, für Verständnis, um Apple aufzuhalten und so viele wie möglich von euch davon abzubringen, diesen Schund zu unterstützen. Aber der Hauptgrund ist ganz einfach: Ich bin ein total unseriöser Windows-Fanboy, der total unrecherchierte, aus der Luft gegriffene Flame-Trolle hatet. So. (Diese Taktik der Selbsterniedrigung habe ich übrigens auch von Apple-Fans geklaut, aber dazu später mehr!) Nein, im Ernst: Der Grund ist, dass ich Apple zutiefst und von ganzem Herzen hasse. Aber warum?

a) Deren Arroganz, was insbesondere in deren Werbung und Präsentationen deutlich wird.
b) Apple-Anhänger, ich sage bewusst nicht „Fanboys“ sonder religiöse, fanatische Anhänger.
c) Die Dreistigkeit dieses Unternehmens, deren Geschäftsideologie, deren Lügen, deren öffentliches Bild.

Apple sieht sich selbst als Gott unter Menschen. Steve Jobs ist quasie GOD Himself, die Firma eine heilige Religion und die User deren Anhänger.  Um gleich einen provokanten Vergleich zu ziehen: Apple ist quasi der Islam. Sag ein Mal etwas böses darüber, zeichne ein Mal eine Karikatur von Jobs oder verbiete ihnen, eine Moschee, sorry, einen Apple Store zu eröffnen, und schon gibt es Randale. Apple-Jünger können nicht diskutieren. Jede Beleidigung an Apple wird sofort als persönlicher Angriff gegen die angesprochene Person gesehen und muss argumentlos bestritten werden. Geschickt dabei: Immer, wenn man mit solchen Leuten über Apple diskutiert, beginnen sie mit: „Ja, Apple ist halt schon teuer. Aber das muss man sich halt mal gönnen. Und ja, es ist zwar vieles nicht kompatibel, aber inzwischen gibt es ganz viel Software auch für Apple!“ Das ist sehr geschickt, denn damit nennen sie selbst gleich die beiden stärksten Argumente gegen Apple und nehmen dem Diskussionspartner damit etwas den Wind aus den Segeln. Lustigerweise erniedrigen sie sich damit selbst mehr, als sie denken – denn weder der erste, noch der zweite Satz werden widerlegt! Sie geben für Gewöhnlich nur zu, dass es teuer ist, nennen aber keinen Grund dafür und geben keine Entschuldigung. Dann dieser geniale Satzteil: „…inzwischen auch für Apple…“. Inzwischen. Auch. Zwei Wörter, die man sich als Windows-Nutzer noch nie zu stellen hatte! Es spricht nicht für Apple, dass es inzwischen viel auch für Mac OS gibt, es spricht dagegen, dass man sich diese Frage überhaupt stellen muss und diese beiden Wörter überhaupt benutzen muss! „Ich kann inzwischen auch schon alleine die Schuhe zubinden“ ist KEIN Pro-Argument! Noch was tolles: „Apple ist kreativer!“ Ein nettes Mädel auf Facebook brachte einmal dieses Argument und bewies damit, dass Apple-Nutzer tatsächlich keine eigene Meinung haben (sorry), sondern nur Werbung nachplappern können. „Apple ist kreativer“?! Was heißt kreativ? Das bedeutet, die Schaffung von etwas komplett neuem aus sich heraus ohne es (höchstens in Teilen) von etwas anderem abzuleiten. Apple – bzw. wohl eher Mac OS – KANN nicht kreativ sein! Wenn es kreativ wäre, dann würde man in iWrite auf „Roman schreiben“ klicken und die Software würde sich einen Roman ausdenken. DAS wäre Kreativität, aber so weit sind unsere Maschinen noch nicht. Weder ein Mac, noch ein Windows, noch ein Toaster KÖNNEN kreativ sein! Wie gesagt: Daran erkennt man, dass Apple-Nutzer keine Argumente haben, sondern nur Werbung wiedergeben können, ohne sich deren Bedetung bewusst zu sein. Leute – hört lieber auf zu diskutieren. Ihr schießt euch nur ins eigene Knie. Noch eine mir sehr wichtige Ergänzung: Ich habe mehrfach Apple-Computer genutzt, davon zwei Mal über einen längeren Zeitraum. Ich denke mir das nicht aus, ich spreche aus Erfahrung. Merke: Wer ein Mal auf Apple umgestiegen ist — rennt nach einem Monat schreiend und verstört zurück zu Windows. Gott, war ich froh, als ich wieder zu Hause an einem brauchbaren Computer saß!

 

— eine kleine Anmerkung: Mein Onkel ist begeisterter Nutzer des Apfels; und ich möchte ihn hier in aller Öffentlichkeit von meinen Anschuldigungen ausschließen. Falls du das hier liest: Ist nicht böse gemeint – nicht dir gegenüber. Bei dir steht schließlich noch ein Windows nebendran. Gegenüber dem Rest gilt das jedoch schon. —

 

Dann dieser ständige Hype! Ich finde es einfach nur alarmierend, wie sehr Apple von den Medien gepusht wird. Es gibt zwar ein paar lustige Gegenbeispiele – achtet zum Beispiel mal im Verlauf der drei Millennium-Teile auf die Auswahl der Computer – aber generell ist es doch wirklich so: In jedem Film, in jeder Serie, stehen immer überall Apple-Maschinen. Aber NICHT, weil die halt so gut sind und jeder die halt hat – nein, die Kamera hält ja immer voll drauf! Nie steht irgendetwas vor dem leuchtenden Apfel, oftmals (ohne Witz!) stehen da sogar Stiftboxen und Adressbücher drumherum, aber gerade die Mitte mit dem Abfall, äh, Apfel strahlt frei sichtbar in die Kamera! Das hat nichts mit Qualität zu tun, das ist einfach nur dreiste Werbung! Vermutung: Apple sponsort diese Geräte, um in Kino und TV präsent zu sein? Und dann, noch schlimmer: In den Nachrichten – sogar teilweise auf den öffentlichen Sendern! Ich finde es unglaublich krass, dass selbst in zum Beispiel der Tagesschau (!!!) ein extra Beitrag gezeigt wird, wenn Apple ein neues Produkt auf den Markt bringt! HALLO?! Ich bin echt aufgesprungen, als ich das zum ersten Mal gesehen habe und war kurz davor, denen ne böse Mail zu schreiben. Aber bevor mich deren Antwort noch mehr aufregt („Wir wollen auch so cool sein wie Steve, deshalb zeigen wir ihm alles und geben ihm die Werbezeit auch gratis, wir bezahlen sogar dafür“), habe ich es dann lieber gelassen. Das kann doch echt nicht sein! Steve Jobs furzt und die Öffentlich-Rechtlichen opfern für sowas Sendezeit! Meine Fresse! Und dann auch noch die ständige Erwähnung davon – googelt das mal! Da sind Fotos von irgendwelchen Leuten in der Zeitung, neben denen steht ein Dell. Dann komme das kurz darauf im Fernsehen als Bericht und plötzlich hat diese Person einen Apple da stehen! (So geschehen bei dieser Webcam-Hacker-Geschichte, ohne Witz.) Dann zur Zeit im ZDF, ständig werden überall iPhones und iPads eingeblendet, und zwar erstens ohne Bezug zum Inhalt der Sendung, zweitens immer so deutlich, dass zwar kein Apfel zu sehen ist aber die Marke zweifelsfrei erkannt wird. Geschickt! Vermutung: Apple sponsort die Geräte und bricht damit Gesetze, nur um noch mehr Medienpräsenz zu haben? Diese Vermutung mag bösartig klingen, aber ganz ehrlich: Ich glaube es wirklich. Welchen Grund sonst sollten diese Sender haben? Weiteres Beispiel aus dem ZDF: Kommentar-Sendungen, also in denen irgendwelche Promis Kommentare zu Filmchen geben – da werden diese Leute nicht nur eingeblendet, sondern ein iPhone wird eingeblendet, auf dessen Bildschirm diese Leute dann zu sehen sind. Das Thema der Sendung hatte  N I C H T S  mit irgendeiner Art von Handys, Technik oder Apple zu tun – es war NUR, um Apple wieder einmal zu pushen! Ich könnte das jetzt noch fünfzig Mal schreiben, weil ich es einfach so unglaublich krass finde! Aber ihr habt meinen Punkt wohl verstanden.

 

 

Apple ist ja generell nur ein kleines Furunkel am Arsch der Technik – gewesen. Bis ein Mann kam: Steve Mohammed Jobs.  Er kam, redete und siegte. Er kann sich super verkaufen und er bringt die Massen dazu, jeden noch so billigen Dreck unbedingt zu begehren. Apple bringt ständig neue Geräte auf den Markt, deren Neuerungen im hintersten Nachkommebereich liegen. Es geht nicht mehr um Innovation, es geht nicht um Fortschritt – nein, es geht einzig und alleine darum, so viel wie möglich so schnell wie möglich neu einzuführen. Wenn Sie es benutzen, ist es schon wieder veraltet. Dann noch künstliche Knappheit: „Nein, wir konnten es gar nicht voraussehen, dass das iPad 2 genau so oft gekauft wird wie ALLE FUCKING ANDEREN Geräte von uns, deshalb gibt es leider Lieferengpässe. Sie müssen viel früher vorbestellen, damit SIE es als erster in den Händen halten! Denn wenn Sie es wirklich erst dann kaufen, wenn im Internet steht, dass es scheiße ist – wenngleich sich natürlich keine Seite traut, sowas zu schreiben – dann können wir es erst liefern, wenn der Nachfolger draußen ist.“

Ich möchte mal eine Sache sagen: Das iPhone ist toll, das iPhone 3GS genial. Doch, ganz ehrlich. Die Auflösung war pixelig, aber der Rest war generell von der Idee her super und hat tatsächlich die Welt der Technik verändert. Gut gemacht, Apple – ganz ernsthaft. Doch das war es dann auch schon! Seit Apple diesen einen Glücksgriff gemacht hat, fressen ihm alle Jünger die Scheiße aus der Hand! Das iPhone4 ist zum Beispiel reiner Blödsinn, keine wirklichen Neuerungen, eine Menge Fehlproduktionen, spröder Touchscreen, Antenne an der falschen Stelle – und was macht Steve Jobs? Das, was alle Apple-Jünger machen: Er rastet in Foren aus und beleidigt Leute, die ihn kritisieren! (Ehrlich). Man denke nur an diesen einen tollen Satz, der inzwischen legendär ist: Eine UserIn beschwert sich gleich nach Verkaufsstart über die Antenne, die den Empfang verliert, wenn man das iPhone4 völlig gewöhnlich mit der linken Hand hält. Was sagt Gott Steve? „Then don’t hold it this way.“

~

Da fällt mir schon gleich der nächste Teil ein: Werbung. Ich fasse mich hier jetzt recht kurz, weil dazu einfach nicht viel zu sagen ist — in bestimmt vielen Elektroläden gibt es kleine Apple-Bereiche. Ich beziehe mich nun auf dem im Saturn MyZeil, aber einfach nur, weil ich es von dort mit Sicherheit weiß: Dieser Werbe-Bildschirmschoner. „Warum Apple?“ Ich zähle jetzt einfach mal frei auf, was da so steht – keine Zitate, Erinnerung. Aber trotzdem ohne Satire, die Sprüche werden von mir so genau wie möglich wiedergegeben.

„Das innovativste und stabilste Betriebssystem der Welt“ – als erster Spruch. Woran erkennt man, dass ein Produkt schlecht ist? Wenn der Anfang nicht mit Argumenten, sondern mit Selbstbewunderung gemacht wird. A sagt: „Ich kann rechnen, schreiben und lesen“, B sagt: „Ich bin besser“. Wem traut ihr mehr zu?

„Lernen Sie ein Instrument“ – klasse. Es gibt auf Macs vorinstallierte Software, eine davon dient dem Erlernen eines Instrumentes. Klasse, das als einen der fünf großen Werbesprüche zu nehmen. So als würde Windows werben mit: „Schneiden Sie Filme“ oder „Malen Sie Bilder“. Sehr schön. Sowas kann man auch nur, wenn man sich einen Mac kauft. Muss unbedingt als große Werbebotschaft mit rein. Weil Apple ja so künstlerisch ist und jeder Apple-User automatisch Künstler wird.

„Software, die Sie lieben werden“ — Übersetzt heißt das: „Wir wollten jetzt neben der Musik noch mehr erwähnen, aber alles andere gibts auch standardmäßig bei Windows und billiger und besser. Also belassen wir es dabei und sprechen den Rest nur noch indirekt an.“

Dann noch irgendein Spruch über Performance – warum das a) sachlich falsch, b) gelogen und c) einfach nur Blödsin ist, wird später erklärt. Und als letzten, besten Spruch (ungelogen, wie so vieles):

„Auf einem Mac können Sie problemlos Windows installieren“. Ich spare mir den Kommentar – doch, ich kann es mir nicht verkneifen: Eines der fünf größten Argumente für einen Computer von Apple ist: „Sie können auch das Betriebssystem der Konkurrenz drauf laufen lassen“. Warum das doppelt traurig ist, kommt dann im Teil über Kosten, Hardware und Performance.

Also jetzt.

 

Apple ist eine der erfolgreichsten, wenn nicht die erfolgreichste Marke der Welt. Warum? Weil sie die größten Gewinne einfahren. Warum? Weil sie die beste Qualität abliefern. … looooooooooool!!!!!11 Nein, natürlich deshalb, weil sie für identische bzw. schlechtere Produkte als die der Konkurrenz (und damit meine ich nicht nur Windows, sondern so ziemlich ALLE anderen) für den doppelten bis dreifachen Preis verkaufen! Apple ist extrem teuer, das ist allgemein bekannt. Eine wunderbare Möglichkeit, sich darüber lustig zu machen (oder aber Besorgnis zu erregen) ist es, sich einen Mac zusammenstellen zu lassen! Es gibt Geschäfte, die das anbieten – aber ich werde mich hüten, hier Apple-Anbieter zu verlinken. Also sucht mal solche Seiten und stellt euch was zusammen – dann testet den Preis, wie er sich verändert. Ich habe das ein Mal gemacht, und das Ergebnis war überall identisch: Wollte ich etwa ein zweites Laufwerk, ging der Preis um knapp 60€ nach oben – das Laufwerk selbst fand ich für 25€. Selbes Prinzip bei anderen Dingen, die 200€-Grafikkarte etwa erhöhte den Preis um knapp 450€. Das ist kein sanfter Unterschied – das ist mehr als doppelt so viel! Für jedes einzelne Teil! Macht man das bei anderen Computerherstellern, kosten die Dinger so viel wie im Laden und man zahlt am Ende vielleicht 100€ Zusammenbaugebühr. Aber das! Selbst FREMDE SOFTWARE wird überteuert verkauft! Mir wurde ein Office-Paket angeboten – das, was man im Geschäft für knapp 200€ bekommt. Es machte aber einen Aufpreis von 700€ (!!!!!DAS IST VERDAMMT NOCH MAL KEIN WITZ!!!!!) aus! Und die Leute denken dann echt, dass Apple eben bessere Qualität anbietet und deshalb teurer ist – NEIN, das ist einfach nur falsch! Apple bietet genau das an, was andere auch haben, es kostet nur einfach mehr. Und nicht ‚mehr‘, sondern ‚mehr als doppelt soviel mehr‘! Das hat nichts mit Qualität oder so zu tun, Apple macht es einfach nur, weil die Käufer dümmer als Scheiße sind und es einfach so ohne es zu hinterfragen annehmen!

Gott, ich könnte mich Tage lang über sowas aufregen. Ich hoffe mal, dass ich bis hierhin auch einige Zweifler, die sich bisher unsicher waren, von Apple abbringen konnte. Noch was: Wenngleich ich Windows liebe und jedem empfehlen kann, möchte ich das hier nicht tun! Kauft es euch, wenn ihr wollt. Nehmt von mir aus Linux, holt euch ein Chromebook oder eine Schreibmaschine – ich möchte hier NICHT Windows oder Microsoft beweihräuchern! Ich will einfach nur, dass ihr NICHT Apple nehmt. Alles andere ist mir egal. Macht, was ihr wollt – aber boykottiert Apple!

 

 

 

13 Uhr 37. Ich sitze seit über einer Stunde an diesem Text, aber mindestens einen Bereich will ich noch abdecken: Technik. Dieser Teil ist jetzt vorrangig für die Leute interessant, die sich etwas mit Betriebssystemen auskennen.

„Ein Mac braucht keine Treiber“

„Es gibt keine Viren für Macs“

„Mac-Software stürzt nie ab“

„Ich bin so viel besser und trendiger als du, weil ich Apple nutze“

Gehen wir das mal im Detail durch. Zuerst eine grundliegende Info: Apple läuft auf quasi nichts, andere Betriebssysteme auf so ziemlich allem – bezogen auf Hardware. Für die Laien unter euch ein winzig kleiner Exkurs: Warum stürzt etwas ab / warum läuft etwas nicht? Entweder, weil der Programmierer einen Fehler gemacht hat (dann aber würde das Programm bei jedem auf jedem System immer an dieser Stelle abstürzen) oder weil es eine Inkompatibilität mit einer Hard- oder Software gibt. Metaphorisches Beispiel: Eine Grafikkarte könnte bis 15 zählen, aber ein Spiel hat 16 Einheiten. Wird die 16. abgefragt, crasht das Spiel, weil die Karte es nicht berechnen kann (total bescheuertes Beispiel, aber es ist hoffentlich verständlich). Den Punkt verstanden? Merke also: Ein Absturz entsteht häufig durch einen Konflikt von dem abzustürzendem (^^) Programm und einem anderen Teil der Rechenkette. Zweiter Teil: Was ist ein Treiber? Ein Treiber ist quasi ein Übersetzer zwischen einem Gerät (Bsp. Grafikkarte) und dem System. Grafikkarte in einem PC schrauben bringt nur begrenzt etwas, wenn das System nicht weiß, was damit anzufangen ist – der Treiber erklärts und vermittelt zwischen den beiden. Klar soweit?

Die Grundidee des generellen Konflikts zwischen Mac und Windows ist ja bekanntlich: Windows stürzt immer ab, nur Bluescreen, kein Programm läuft stabil, aber mit Mac wird man sofort reich und berühmt. Also auf in den nächsten Starbucks und so tun, als würde man einen Roman schreiben. Woran liegt das?

Ganz einfach: Apple legt sehr viel wert darauf – bzw. erzwingt – dass deren Software nur auf ganz bestimmten Komponenten läuft. Es gibt 5.000 Prozessoren – Windows läuft mit JEDEM davon, Mac OS nur mit vielleicht 15. Es gibt 10.000 Grafikkarten – Windows läuft mit JEDER davon, Mac OS nur mit vielleicht 25. Selbes Prinzip bei so ziemlich allen anderen Dingen. Jetzt kommen wir zur Aufklärung des Crash-Mysteriums; Warum stürzt noch gleich etwas ab? Genau, weil das Programm mit etwas anderem nicht zurecht kommt! Und jetzt denkt mal nach: Ihr programmiert etwas für Windows. Dann testet ihr das auf eurem PC, vielleicht auf dem von Freunden, von Bekannten, vielleicht in einer Open Beta auf vielen anderen. Das Programm crasht irgendwo? Fragt nach, welche Hardware das war und behebt den Fehler. Aber werdet ihr 5.000 Prozessoren alle einzeln testen? Werdet ihr 10.000 Grafikkarten alle einzeln testen? Werdet ihr sämtliche Treiberversionen, sämtliche Betriebssysteme, sämtliche Kombinationen aus diesen Dingen alle durchprobieren? Wohl kaum. Das ist genau der Grund, warum solche Dinge gelegentlich crashen. Vielleicht ist euer RAM neuer als euer Windows und kann etwas, was Windows nicht kennt (oder andersrum)? Plops stürzt euer Spiel ab. Das ist natürlich blöd. Aber warum passiert das bei Apple nicht (so häufig)?

Die von euch, die auch jetzt noch mitdenken, haben es bereits kapiert: Bei Apple muss / kann man einfach nicht so viel testen! Es gibt da eben 5 Versionen vom iMac, 10 verschiedene MacBooks und das wars! Ihr müsst nicht groß testen, ihr müsst nicht viel probieren – ihr installiert euer Programm auf diesen 15 Geräten, und wenn es darauf läuft, dann geht es überall – weil es ganz einfach keine Alternativen gibt! Wie soll es denn auf etwas unbekanntes stoßen, wenn Apple nichts unbekanntes erlaubt und unbekannte Sachen erst gar nicht erkennt? Auch Apple hängt sich auf, stürzt ab oder geht kaputt. Doch ist es recht selten, weil es einfach kaum Möglichkeiten gibt, wie das Programm crashen könnte. Nächster Teil: Wer programmiert schon freiwillig für Apple? Mal ganz im ernst: Wenn ihr ein Programm schreibt und wollt, dass es sich verbreitet – für welches OS (=Operating System, Betriebssystem) würdet ihr euch entscheiden? Also. Deshalb gibt es auch die ganze Hobby-Programmierung mit Fehlern hauptsächlich für Windows.

Die Sache mit den Treibern kann ich ganz schnell abhaken: Viele Treiber sind bereits im System gespeichert – aber es gibt eben dermaßen viele Geräte, dass man nie alle Treiber dafür im System verankern kann. Könnte man wohl, aber das wäre dann einfach zu viel und zu durcheinander. Außerdem gibt es ja Dinge, die erst erscheinen, wenn das System schon lange draußen ist. Deshalb muss man bei Windows oft Treiber downloaden – wenngleich das inzwischen in sagen wir mal 3 von 5 Fällen automatisch und wunderbar funktioniert. Und bei Apple? Ein Mac braucht ganz genau so Treiber, sogar noch schlimmer: Ein Mac benötigt spezielle Mac-Treiber, die natürlich nicht standard sind. Also es gibt ja quasi „Treiber für Windows“ und „Treiber für Mac“. Wenn ihr aber einfach mal googelt, und ihr findet einfach nur‘ Treiber-Downloads‘ – dann wird es ein Windows Treiber sein, Mac müsste man aufwendig suchen. Aber der Punkt ist eben: Da mit Apple sowieso nur ein lächerlicher Bruchteil der verfügbaren Geräte überhaupt läuft, ist es kein großer Aufwand, alle Treiber bereits im System zu speichern! Apple braucht genau so viel wie Windows, es wird nur geschickt verschleiert. Lügen und Täuschung – willkommen in der Welt von Apple. Aber das ist ja nichts neues.

Lustiges Randdetail: Warum gibt es auf dem iPhone kein Flash? „Weil wir schon wieder alles revolutionieren, HTML5 wird dann modern (sowieso), aber wir können dann sagen, dass wir das gemacht haben“ ist so in etwa die Aussage von Apple. Und es stimmt: Immer mehr Firmen boykottieren Apple (etwa Amazon oder die New York Times) und steigen bei ihren Angeboten von Flash auf HTML5 um, damit Apple-Nutzer keine Apps von Apple kaufen müssen, sondern direkt auf die Seiten der Anbieter können. Gut so! Aber was ist denn nun der wahren Grund dafür? Der ist nämlich recht witzig – ein Mitarbeiter von Apple hat sich da nämlich mal verplappert (und wurde glaube ich deshalb sogar entlassen), als er sinngemäß sagte: „Flash läuft einfach nicht stabil auf iOS, also lassen wir es halt“. Geil, oder? Anstatt, dass wir uns bemühen, Flash kompatibel zu machen – sperren wir es einfach! Apple crasht nicht, um keinen Preis! Lieber Features weglassen, anstatt daran zu arbeiten. Think different!

Recht kurz möchte ich noch auf die Viren eingehen – dazu muss ich aber echt nicht viel sagen. Erstens: Viren sollen Schaden anrichten. Also schreibt man als bösartiger Virengebärer lieber für ein System, das 90% der User nutzen, anstatt für das der restlichen 10% (Zahlen ausgedacht und fehlerhaft, schon klar). Zweitens: Leute, die sowas machen, kennen sich für Gewöhnlich mit Technik und Betriebssystemen aus. Und mal im Ernst: Wer sich damit auskennt, nutzt keinen Mac. Mac mag vielleicht besser für Einsteiger und Teenager, die nur Facebook und YouTube nutzen, sein – aber nicht für professionelle Software-Entwickler. Dritter und letzter und bester Punkt: Apple hat keine Sicherheitslücken? Von wegen! Auch in Apple-Updates werden immer wieder solche Hintertürchen gefixt – aber, jetzt kommts: In den Changelogs der Updates ist davon nichts vermerkt! Sicherheitslücken werden von Apple einfach totgeschwiegen! Woher ich das weiß? Auch das hat ein Mitarbeiter mal versehentlich in einem Interview gesagt. Von diesem Kerl weiß ich mit Sicherheit, dass er gefeuert wurde – war vor einigen Jahren groß in der Presse. Natürlich nicht in der öffentlichen Presse, die müssen ja alle pro-Apple sein, aber auf seriösen Seiten im Internet wie etwa gulli oder heise wurde davon berichtet. Ich finde, das reicht schon zu diesem Thema.

 

 

 

Ich finde, das war jetzt schon mal ein ganzer Haufen Zeug. Wenn mir noch was einfällt, ergänze ich es vielleicht — und es gibt bestimmt noch kiloweise Argumente und Details die gegen Apple sprechen. Aber der Text ist jetzt schon sehr lang und sollte keine Zweifel lassen, wenn ich mein altes Motto wieder mal auspacke:

 

 


Don’t let style win against quality.
Don’t support Apple.

 

 

 

 

 

„Lache und die Welt lacht mit dir, weine und du weinst allein.“
Ella Wheeler Wilcox