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Mai 31

Freytach

Posted on Dienstag, Mai 31, 2011 in Newsletter

Guten Morgen.

Die Jugend von heute – damit erzähle ich euch bestimmt nichts Neues – gehört ja zur sog. ‚Generation Twitter‘ bzw. ‚Generation Facebook‘; und ihr alle kennt wohl diesen zynischen Spruch: „Zu dumm für Rechtschreibung, zu cool für Grammatik“. Daher also diesmal ein Geschenk von mir mit vieeeeelen bunten Bildern und weeeeenig ödem Text. Damit die Kiddies auch mal in den Genuss eines Letters kommen.

Kleine Anmerkung: Ich musste die Bilder arg verkleinern – einfach draufklicken und in groß erleben.

Mein Freitag

Freitag, das liegt zwischen Donnerstag und Samstag – und nein, es ist nicht mein schwarzer Freund auf einer einsamen Insel. (Wer diese Anspielung kapiert hat, kann lesen und kennt klassische Literatur- also wohl die wenigsten…) Mein typischer Freitag beginnt sehr früh – die Sonne ist noch keine fünf Stunden oben, da muss ich schon aufstehen. Es ist 9 Uhr 40 und ich rolle sanft aus dem Bett.

Nein, da liegt nicht wirklich Mr. Homer Simpson in meinem Bett. Das sieht nur so aus. Und den gibt es auch gar nicht in echt.

 

Kurze Zeit später bin ich salonfähig und begebe mich nach draußen. Das nun folgende Bild ist etwas sehr besonderes: Für gewöhnlich hetze ich diesen Weg mit atemberaubender Geschwindigkeit entlang (für mich übrigens wörtlich atemberaubend) – doch extra für dieses Foto ging ich etwas früher los, um eine nicht-verwackelte Aufnahme zu bekommen. Nur für euch.

Ist es nicht idyllisch? So sieht es eben in "Burgholzhausen" aus. Wir haben da sonst nichts.

Anschließend weiter zur Bushaltestelle.

Kurzer Zeit-Check...

...und da kommt er auch schon. Ist er nicht süß? Er wächst noch.

Nun aber weiter im Text. Nach einer etwa 10-minütigen Fahrt erreiche ich auch schon die erste Metropole auf meinem Weg – Kenner bezeichnen sie als „F-Dorf“, aber so was darf man nur sagen, wenn man wirklich cool ist. Mein Ziel klar vor Augen, doch noch ist die Hürde nicht geschafft!

 

Noch trennt uns ein klassisches Hindernis vom zu erreichenden Ziel. Da es hier nirgendwo brauchbare Portalflächen gibt, muss ich wohl oder übel die Unterführung nutzen.

 

Doch zu früh gefreut! Denn auch, wenn man die Bahn schon fest im Blick hat, so ist man doch nicht der einzige auf dem Weg zum Quasi-Goldenen Gral. Etwa zur gleichen Zeit wie der Bus – wenngleich auch immer etwas später (hehe, n00Bs) – kommt der Feind. In Form einer kleinen, silbrig-blendenden Bahn.

Der Feind. Wie Ameisen aus einem Erdhügel, wie Bienen aus ihrem Stock kommen Menschen geströmt, alles verzehrend, Sitzplatz geifernd!

 

Glücklicherweise sind jedoch die meisten Menschen um eine so frühe Zeit noch nicht wach und daher ist mir Frühaufsteher ein Sitzplatz so gut wie sicher. Gut so – denn nun kann ich mich die gesamte Fahrt über voll auf meine akademische Lektüre, die ich ergänzend zum Unterricht konsumiere, konzentrieren.

(Mark Millar: Wanted. Hat -nichts- mit dem Film zu tun. Außer dem Namen der Hauptfigur.)

 

Nach einiger Zeit erreichen wir das vorläufige Ende der Mobilität: Frankfurt West. Hiermit verlassen wir die Geborgenheit, die Reinheit und die Kultur – wir befinden uns nun im Herzen von Frankfurt.

Hier beginnt das Ende.

 

Da es in Frankfurt keine Parkplätze gibt (nur parkende Autos – und diese sind nicht funktionstüchtig, d.h. es sind nur festgeklebte Attrappen, um den Eindruck existierender Parkmöglichkeiten vorzutäuschen), findet man haufenweise Fahrräder. Immer wieder lustig: Das eine oder andere Schloss öffnen und dann in Verbindung mit einem zweiten Fahrrad wieder zu schließen. Fällt bei der Menge gar nicht groß auf.

Nur Holland hat mehr davon. Und Berlin.

 

 

Kommen wir jetzt zu einem wahren Juwel. Was ich schon immer mal tun wollte: Dieses eine Haus fotografieren. Ich vermutete bisher, dass sich dort Bin Laden versteckt hielt – nun bin ich mir nicht mehr ganz sicher. Legt euer Augenmerk auf dieses Haus, dann erkläre ich euch, was der Witz daran ist:

Was ist daran so schlimm?

Na? Habt ihr es gesehen? Ja? Also ich nicht. Da sind Reihenhäuser, eins sieht aus wie das nächste. Aber dieses eine – nur dieses eine! – ist… also… wie soll ich sagen… Seht selbst, indem ihr euch das selbe Haus in Google StreetView anseht: –ewig langer Link–

Na – was sagt ihr? Ist doch schön, dieses Haus jetzt endlich mal im Internet zu sehen. Wobei ich zugeben muss, dass mein Foto doch etwas klein ist – wen es interessiert oder wer wissen will, was an diesem Haus so besonders ist – ich habe es hier noch mal in voller Auflösung von 2232×3968 Pixeln hochgeladen: Rapidshare-Link. An solchen Tagen liebe ich das Internet.

Ein paar Meter weiter ist es dann so weit: Die Blüte Frankfurts, das wundersam hübsch, fast schon hypnotisierend strahlende Bauwerk der Neuzeit überragt jedes noch so kleine Fitzelchen Anmut – der Turm.

Die Blüte Bockenheims.

 

Was ich beim Turm übrigens toll finde: Unten dran, über dem 2. Stockwerk, sind Netze aufgespannt! Vermutlich, damit sich nicht allzu viele Studenten von oben herab in den Tod stürzen. Aber wisst ihr, warum ich das so toll finde? Weil diese Netze ja ebenso alt sind wie der Turm selbst – die sind also inzwischen total verkrustet und steif, da ist nichts mehr von wegen Federkraft! Also entweder – was die nettere Variante wäre: Die Netze zerbröseln einfach beim nächsten Freiflug vom Dach. Viel ekelhafter jedoch: Die Netze sind inzwischen so hart, dass sie nicht federn, sondern schneiden – denkt mal an Masse x Geschwindigkeit. Dann gibt’s Chicken McNuggets…. Na lecker.

Schwierig zu sehen, sorry. Aber ihr könnts euch ungefähr denken.

 

Nun aber schnell ins Seminar! Ab in den 8. Stock und rein ins Zimmer – ja, Zimmer. Viele Seminare sind voll besucht und man kämpft um Leben, Tod und Sitzplätze – aber nicht alle. Hier saß immerhin schon eine ganze Person.

Immer lächeln.

 

Letztendlich waren wir dann zu dritt und ich konnte mich auf Grund der geringen Teilnehmerzahl vollkommen auf den Unterricht konzentrieren und ihn voller Inbrunst und Interesse verfolgen.

Da 'Bob' die amerikanische Kurzform von 'Robert' ist, heißt Spongebob wohl eigentlich Robert.

 

Zwischendurch eine kleine Pause – mit ursprünglich einem anderen Foto, welches aber nicht so ganz massenkompatibel ist. Wer das ursprüngliche Bild sehen möchte, klickt einfach auf das jetzige. Frauen und andere Menschen mit Anstand sollten es lassen. Ihr könnts euch denken.

Außenansicht.

Bloß nicht aufs Bild klicken!!!

 

Wenig später – Seminar fertig, ab nach Hause. Obwohl, ne – erst noch Praktikum. Aber immerhin – raus aus diesem Gebäude. Man bekommt irgendwie immer Angst, sobald mal eine Windböe kommt….

“]

Vorbei an anderen Studenten, die ihrem alltäglichen Studentenwerk nachgehen…

Der Student.

Und ab auf die Zeil. Bemerkenswert war an diesem Tag eigentlich nur dieser Prediger – so ein ganz typischer „Die Welt wird untergehen, Gott wird alle richten, Justin Bieber wird berühmt bleiben, außerdem morgen Sonne bei leichtem Nieselregen.“ Ihr wisst schon. Also wenn ihr diesen Kerl mal wieder seht – schleicht euch neben ihn und schreit plötzlich ganz laut: „BOOOOOM!!!“, nur um zu gucken, wie er reagiert.

Wir werden alle sterben. Nur wohl später, als er behauptet.

 

Und ratet mal, wen ich noch gesehen habe – na? Richtig: Den, der eigentlich Robert heißt.

So was hatte ich nie. Schwere Kindheit.

 

 

Dann also ab zum Essen – aber was soll ich bloß wählen? Eigentlich dachte ich an einen leckeren Blattsalat mit viel Rohkost und spanischen Gurken, aber irgendwie hatten mich die Nachrichten dann doch zu sehr verunsichert. Ich wählte den einzig richtigen Weg:

EHEC-frei.

Das war aber auch immer gemein – Rinderwahn, Schweinegrippe, Hühnerhusten… So viele Leute haben auf Fleisch verzichtet und damit ihre menschlichen Wurzeln verraten. Doch nun – haha – hat es mal das Gemüse erwischt. Ich mag EHEC. Ihr wisst schon – die mit dem roten Stuhl. Ach ja: Das ist übrigens mein Praktikums-Jugendlicher:

DER?! Ja, genau der ist es.

 

Jedenfalls war ich also mit meinem Jugendlichen EHEC-frei essen und konnte mich dann nach einigem herumpädagogisieren endlich auf den wohlverdienten (?!) Heimweg machen. Ab nach Hause! Bahn nach F-Dorf (yeah!), dann auf zum Bussileinchen….

Da fällt mir gerade echt nichts zu ein.

 

…und dann schließlich zu Hause ankommen. Jetzt wird gelernt, Hausaufgaben gemacht, Klausuren vorbereitet, Ausarbeitungen geschrieben und und und……

Man sollte nicht denken, dass Uni nach der Vorlesung schon aufhört! Auch zu Hause muss man noch....... ach, egal.

Joa. So sitze ich nun hier und schreibe, was ich so mache. Und hat das irgendwas im Lauf der Menschheit verändert? Ja! Endlich dürft ihr mich berechtigt einen faulen Sack nennen – ihr habts ja schließlich mit eigenen Augen gesehen.

In diesem Sinne wünsche ich euch etwas, wovon ich selbst eine ganze Menge habe – nämlich

Viel Spaß noch im Leben!