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Sep 25

HGF

Posted on Samstag, September 25, 2010 in Newsletter

Einige haben es vielleicht schon kapiert, andere hingegen checken wie üblich gar nichts: HGF ist einfach nur die altgermanische Abkürzung für Frequently Asked Questions. Da die Leserzahl meines Letters seit wenigen Tagen tatsächlich sogar schon in den zweistelligen Bereich gestiegen ist – und ich von Fragen nur so bombardiert werde (bei Zeiten kommen schon mal mehrere im Monat!) – möchte ich diesmal einfach nur ein kurzweiliges FAQ schreiben, ein paar häufige, amüsante oder auch einfach nur bescheuerte Fragen, die mich so erreicht haben. Für die Generationen Twitter & SMS, die zu dumm für Texte mit mehr als 160 Zeichen und so cool für Grammatik geworden sind, ist so ein Text mit ganz vielen ganz kurzen Absätzen doch was Feines. Also dann – legen wir mal los.

Echt jetzt? Schon im zweistelligen Bereich?

Nein. War ja klar, dass das die erste Frage wird. Könnten wir die bitte in zwei Fragen aufteilen? Nämlich die folgenden beiden:

Wie viele Leser hat der Letter eigentlich (also echt jetzt)?

Echt jetzt? Das kann ich natürlich nicht genau sagen, aber was ich zumindest weiß: Der Blog wird von zurzeit 325 Leuten gelesen – maximal. Jedenfalls besuchen so viele individuelle IPs meinen Blog für mehr als eine halbe Minute – vielleicht ist es auch nur einer, der eine dynamische IP nutzt und 325 gewechselt hat. Wie viele Leute im Mailverteiler sind, kannst du ja lesen – wobei das natürlich alles Fake-Adressen sind. Alle außer deiner… ^o^

Meinst du den ganzen Kram eigentlich ernst?

Ja. Nein. Schwierig.  Also erst mal natürlich: Nein, es ist Satire – wehe, ihr nehmt meine Texte als Fakten oder denkt, es sei meine Überzeugung. Meine Meinung – ja, oft. Auch nicht immer. Generell könnt ihr davon ausgehen, dass ich die Texte nach meinen Launen und Ideen schreibe, was teilweise abstrus, teilweise aber auch ernst ist – insbesondere das Genörgel, da schreibe ich eigentlich immer über Zeug, was mich wirklich nervt. Die ganzen beleidigenden, diskriminierenden oder auch sarkastischen Dinge sind häufig übertrieben oder auch ganz erfunden, mein Zynismus hingegen ist tatsächlich einer von der bösartigsten Sorte.

Einfache Beispiele: Wenn ich darüber nörgle, was für Blödsinn in den Nachrichten läuft oder wie manche Dinge in der Uni laufen – das ist ernst gemeint. Wenn ich Witze über irgendwelche Opfer von Katastrophen oder so mache („Nicht nur für Allergiker ungesund: Polenflug“, übrigens leicht abgewandelt aus Titanic♥), ist das für gewöhnlich nicht abwertend oder bösartig gemeint – dass ich hingegen allen einen fröhlichen 11. September gewünscht habe, war tatsächlich meine Meinung und ich habe an diesem Tag tatsächlich alle so begrüßt. Herzloser Bastard.

Warum schreibst du den Quatsch überhaupt?

Öhm… Das ist eine gute… Ach ja! Also das war so: Vor einigen Jahren – also seit ich als Problemtante für alle via Mail angefangen habe – habe ich auch immer wieder Dinge rumgeschickt, die ich witzig fand. Zuerst immer an die, denen es gefallen könnte, dann an immer mehr – bis ich mich irgendwann gefragt habe: „Hey, mach doch einfach gleich eine Gruppe auf, und der schickst du dann immer gleich alles“. Die Idee war weniger, es allen zu schicken, als vielmehr den Leuten alles zu schicken – gebündelt. Nicht jeden Tag fünf Mail mit jeweils einem Bild oder Video an fünf Gruppen – sondern ein Mal pro Woche alles gesammelt an alle. War viel praktischer und vor Allem übersichtlicher.

Und seit wann bitteschön?

Seit nunmehr… Mal sehen: Am 18. Januar 2007 habe ich die folgende Mail geschrieben:

Sehr geehrte Gruppe derer, die mir in Unwissenheit der fatalen Folgen ihre E-Mail Adresse gaben!

Ich habe in letzter Zeit viele Meinungen über meinen „Newsletter“ (diese Bezeichnung fiel auch, gefällt mir) gehört, sowohl Lob als auch Kritik, sowohl Nettes als auch Bösartiges.

Jetzt gerade sitze ich hier vor dem besten Freund des Menschen und denke über mein Leben nach, denn nach Frau Zinkes Ansage heute in der Schule scheint die Welt ja demnächst unterzugehen, „…wegen dem Oakaaan“. Und mir wurde bewusst, dass ich auf Grund diverser Tatsachen, die mein Schicksal am heutigen Tage maßgeblich bestimmen (etwa kaum Hausaufgaben oder andere Dinge im „Essen-noch-nicht-fertig“-Style), ein wenig Zeit habe. Selbstverständlich opfere ich diese Zeit selbstlos und denke über meine Mails nach.

Ihr wisst ja alle, was für ein Ordnungsliebender Mensch ich bin *röffel*, daher dachte ich etwas über eine Ordnung meiner ges(t)ammelten Weisheiten (Widmung an David K.) nach und habe mir da etwas überlegt:

Einerseits sind die Mails ja sehr unregelmäßig, eben immer, wenn ich was finde, fliegt es zu euch ins Postfach. Ich versuche dabei, schon etwas auf eure Bedürfnisse zu achten, so fehlt bei den neuesten Der-T-ist-bi-Beweisen meistens eine bestimmte Empfängeradresse ^o^, oder wenn ich mal mehrere Mails in kurzer zeit versende, nehme ich King Phil manchmal raus, um ihn nicht zu sehr zuzuspammen ;-).
In einem Zustand vollkommener Erleuchtung, in den ich bei der alltäglichen Meditation während des Stuhlganges fiel (@Julian: Das ist ein Witz!), wurde mir eine Möglichkeit bewusst. Was wäre mit etwas Regelmäßigkeit? Ich fasse meinen Plan in drei Punkten zusammen:

  • Ich schreibe nicht sofort, wenn ich was finde, planlos an irgendwelche Kontakte, sondern sammle den Müll des Internets und ihr bekommt dann vielleicht ein- oder zweimal pro Woche eine etwas ausführlichere, nicht ganz so banale Mail von mir.
  • Um euch nicht zu sehr zu nerven, gebe ich euch hiermit die Chance (traut euch!), diesen Newsletter abzubestellen, bevor ihr ihn überhaupt angemeldet habt.
  • Zum zweiten Punkt: Ich tue dies einfach so für euch, ohne dafür etwas zu bekommen, ich opfere für euch kostbare Zeit! Daher wird ein „Ich möchte deine Mails nicht mehr bekommen“ nicht akzeptiert. Für diejenigen, die trotzdem was dagegen haben: Sagt es! Macht Vorschläge! Wie oft wollt ihr eine Mail lesen, was soll drinstehen, was soll draußen bleiben – ich tue doch ansatzweise alles für euch, zumindest solange, wie ich es will.

Soviel dazu. Wenn wir den Orkan überleben sollten und auch das Internet danach noch funktioniert (ich meine, wenn Frau Zinken, äh, Zinke schon die Schule evakuiert…Wer weiß, vielleicht fällt die Menschheit ja in ein mittelalterliches Stadium zurück?), werden wir sehen, was kommt.

Macht euch keine Hoffnung, ihr werdet mich eh‘ nicht los, aber ich versuche ja wenigstens, euch die Folter meiner Existenz so angenehm wie möglich zu machen.
Eine Antwort auf diese Mail (nur dieses eine Mal) wäre also ganz nett, und bevor ihr denkt, dass ihr mich abwimmeln könnt: Keine Antwort sehe ich als „JA, ich will deine Mails! Ich geile mich an ihnen auf! Gib mir mehr davon!“.

Fertig. Viele Grüße an alle,

euer Carstiboy

Und kurz darauf ging es dann auch schon los. Sind also inzwischen etwas mehr als 3½ Jahre… Meine Güte. Das ist tatsächlich schon länger, als ich für Requiem gebraucht habe.

Warum gibt es den Letter dann erst seit einigen Monaten im Internet?

Weil. (So heißt ein Autoverkäufer bei uns in F-Dorf.) Weil einige der Leute, denen ich den Letter näher bringen wollte, mir… ach, was labere ich da – lest doch einfach selbst! Stand im ersten Text auf der Blog-Seite. Da: http://carstiboy.blogsport.eu/2010/04/urknall/

Und so was macht dir Spaß?!

Manchmal. Es wäre gelogen, diese Frage zu bejahen – aber es ist doch ganz einfach: Der Letter erscheint unregelmäßig, manchmal ein Monat Pause, manchmal wöchentlich. Also wenn ich keinen Bock habe, gibt’s auch keinen Letter, basta. Demnach macht es mir wohl Spaß…

Kannst du mich auch mal erwähnen?

Dich?! Davon träumst du doch nur! Nein, dich nicht, niemals. Aber alle anderen, die höflich fragen, ja. Ist schon oft genug vorgekommen, an Geburtstagen oder um jemanden auf Grund irgendeiner Minderheit bloßzustellen. Immer gerne.

Gehst du auf Vorschläge ein, kann ich „mitmachen“?

Sehr oft gehe ich darauf ein, und hättest du erbärmliches Stück Dreck mal besser gelesen, hättest du auch gemerkt, dass ich schon oft andere Leute dankend erwähnt habe, weil eine Idee von ihnen stammte. Denk gefälligst nach, bevor du dumme Fragen stellst!

Und du machst das alles ganz alleine?

Ja. Nein. Hatten wir so was nicht schon mal? Also ich schreibe alles alleine und wie so ziemlich alles von mir ist es voll und ganz 100% carst’sche Arbeit. Ich lasse doch niemand anderen außer mir an meine Arbeit! Allerdings hilft Dennis mir, seit ich die Letter veröffentliche – mal kurz über grobe Fehler oder unpassende Sachen schauen. Als Mail war das ziemlich egal (zählt z.B. mal, wie oft ich NOmen mit zwei großen ANfangsbuchstaben geschrieben habe… ode rLeerzeiche nfalschg esetzt habe…), aber hier, wo alle es lesen können (ihr wisst schon – alle Chefs, die mich jemals einstellen werden, werden mir überhaupt nicht zuhören sondern meine komplette Persönlichkeit nur durch Facebook herausfinden!), sollte man schon etwas auf die Form achten. Danke, Dennis!

Pah. Kannst also nicht mal fehlerfrei tippen.

Halts Maul und mach’s besser. (Lustig: „machs“ wäre richtig, aber Word verbessert es zum anglistischen und falschen „mach’s“… Tja, dann lasse ich es mal so. Um Word bloßzustellen. Hehe.)

Zensierst du deine Letter?

Nein. Ja. Nein. Ich zensiere nichts, absolut nichts und wieder nichts. Wo kämen wir denn da hin? Jeder, der zensiert oder Zensur hinnimmt, ist ein verachtenswertes Stück nutzlose Scheiße, um es mal ganz formell und anspruchsvoll zu sagen. Was ich zensiere: Zeug, was aus persönlichen Gründen nicht an die Öffentlichkeit sollte. Ich zensiere?! Ja, den Blog – nicht den Letter. Wenn also im Betreff der Newsletter-Mail ein Sternchen ist, wisst ihr: Aha – ich lese was, was nicht im Netz steht. So viel dazu. Ein Beispiel: -im Blog zensiert-

Sag mal hast du eigentlich überhaupt kein schlechtes Gewissen??

Nein.

Etwas genauer, bitte.

Ich hasse Menschen, Tiere und Pflanzen. Steine sind ok. Ich kann andere Personen von Beginn an nicht ausstehen und sehe ihre Existenz als unwürdig und nutzlos an. Sollte ich jemanden länger kennen und während dieser Zeit durchgehend für kennenswert befinden, lässt sich drüber reden. Wenn du mich also als jemanden kennst, mit dem man reden kann, ohne dass du ständig ernsthaft beleidigt wirst, weiß du: Du bist ein wirklich interessanter oder positiv bemerkenswerter Mensch.

Toleranzgrenzen? Stichwort: „Darüber kann man nicht lachen“?

Nein. Ja, bestimmt irgendwelche, aber ich habe sie bis jetzt noch nicht gefunden. Es ist schier unmöglich, mich zu beleidigen, ich fühle kein Mitleid und besitze nicht einmal ein Mindestmaß an Empathie. Es gibt natürlich Grenzen – ich bin generell gegen jede Art von Rassismus und Intoleranz gegenüber irgendwelchen Gruppen und habe einen Hass auf von sich aus absichtlich dumme Menschen (etwa deutschstämmige Jugendliche, die sich aus Coolnessgründen weigern, echtes Deutsch zu sprechen). Das ist aber mehr so ein Hass-Ding – also Grenzen, was meinen „Humor“ angeht, habe ich keine. Auch Dinge, die ich nicht in Ordnung finde, werden von mir auf die Schippe genommen – ich sehe einfach keinen Grund, warum man über manche Dinge (Holocaust? Gewalt gegen Kinder? Opfer von Anschlägen?) keine Witze machen darf. Bescheuerte Regel, daher ignoriere ich solche moralischen Verbote.

Warum schreibst du keine Linklisten mehr?

Es ist schwierig zu sagen… ich habe gemerkt, dass es nicht persönlich genug ist. Gut, seit fast einem Jahr gibt es so gut wie keine Links mehr, nicht mal im Ansatz – ich denke wohl, der Letter hat sich einfach so entwickelt. Lustige Videos findet man heute an jeder Ecke, auch ich schicke oft noch welche herum – aber eben nicht im Letter. Dieser war schon immer individuell und soll es auch bleiben, und da sich das Umfeld entwickelt hat, wurde eben auch der Letter ein Opfer der Evolution.

Warum bist du nicht im Fernsehen?

Weil ich fett bin. Richtig fett. Früher, als ich noch schlank war und es noch Röhrenmonitore gab, wäre es kein Problem gewesen – aber jetzt? Gut, ich würde das Breitbild zwar optimal ausfüllen, aber ich bin nicht nur breit, sondern auch tief. In einen Flachbildschirm passe ich jedenfalls nicht.

Möchtest du noch etwas loswerden?

Diverse Teile eines vergangenen Mittagessens, ja. Ansonsten müsste ich jetzt sowas schreiben wie: „Boa hey, krass, dass ihr so treue Leser seid, ey, boah, danke ey“ – aber das ist was für Schleimer, die unkreativ sind und vor laufenden Kameras vorgefertigte Reden halten – deshalb will ich einfach nur noch folgendes loswerden:

Viel Spaß noch im Leben!