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Aug 19

Alles, was zählt

Posted on Donnerstag, August 19, 2010 in Newsletter

„Ist es ein Vogel? Ist es ein Flugzeug? Nein, es ist… Oh, ist doch ein Flugzeug. Schatz, ich lie…“ *SPUDOW*

Der 11. September steckt noch immer tief in unseren Herzen – tief, wie ein angewärmtes Messer in zarter Butter. Tief, wie das Ölleck im Golf von Mexico. Tief, wie das Niveau von RTL. Und ebenso tief, wie das kalorienreiche Stück Fett, das mir eben runtergefallen ist. Verdammt, ich komme kaum noch dran…..Gott, bin ich fett geworden. Aber lieber fett, als tief – das dachte sich auch schon der ehemalige polnische Präsident. Und was lernt man daraus? Denken hilft nicht.

Tja, Ladies and Gentlemen – ich bin wieder da. Wäre ich ein Rapper, so würde ich 13 von 18 Liedern auf dem neuen Album nur um diese Rückkehr drehen lassen, aber ich bin dezenter und widme ihm nur diesen Absatz: Ich hatte eben auch mal Ferien. Ich hätte zwar mit der Best-Of-Schiene weiterfahren können und euch Woche für Woche alten Kram präsentieren können, aber das entspräche nicht meinem Qualitätsstandard – Quantität steht bei mir klar hinter Faulheit. Und, äh, Qualität natürlich.  Nach den Ferien jedoch wird diese Ausrede langsam blöd, also tippe ich wieder sinnlosen Kram ins Internet. Ist ja genug Platz da.

Nun natürlich zur üblichen Frage: Um was soll es denn diesmal gehen? Das Problem, wenn man lange nicht schreibt, ist: Man hat im Laufe der Zeit ne Menge tolle Ideen bekommen, aber die sind alle längst wieder veraltet. Zum Beispiel dürften inzwischen die meisten von euch den Drews-Mexico-Vergleich kennen: Was haben Jürgen Drews und der Golf von Mexico gemein? 1.: Sie sind beide uralt. 2.: Sie waren beide irgendwie schon immer da. 3.: Sie waren beide früher für gewöhnlich blau. 4.: Sie sind beide inzwischen dreckig und ekelhaft. Ebenso ist das lustige Bildchen, das ich nehmen wollte, nicht mehr aktuell – es zeigte das abgestürzte Flugzeug des polnischen Fuzzis und wurde unterschrieben mit: „Nicht nur für Allergiker ungesund: Polenflug.“ Welch ein Brüller. Aber schauen wir doch mal – was findet Deutschland denn so alles interessant? Die Antwort versetzte mein Herz (und Hirn) in bittere Traurigkeit.

Ich habe das Glück, dass jemand in meinem Haushalt jeden Morgen RTLs „Punkt9“ sieht. Nun, das ist nicht so negativ gemeint, wie es klingt – schließlich sind inhaltsleere und ebenso irrelevante wie kurzlebige Tratschnachrichten bisweilen recht  unterhaltsam. Jedenfalls habe ich die Ehre, gelegentlich morgens bei der rituellen Kaffeezubereitung Augenblicke dieses Formates genießen zu können. Hättet ihr es für möglich gehalten, dass Merzads (nein, ich weiß nicht, wie man den Namen schreibt; und ich werde es auch nicht nachschlagen! nennen wir ihn doch einfach Meersalz.) Vertrag mit Bohlen aufgelöst wurde? Nimmt euer Leben jetzt nicht auch eine 180°-Wende, da Justin Milchbubiever die Telefonnummer eines Freundes getwittert hat? Wusstet ihr schon, dass Word 2010 noch nicht das Wort „getwittert“ kennt, „gegoogelt“ jedoch schon? [spontane Bemerkung]  — Na ja, jedenfalls bin ich scheinbar nicht nur fett, sondern auch total out. Ach ja, das wusste ich ja schon. Aber kann es echt sein, dass das gesamte deutsche Fernsehprogramm nur von so was bestimmt wird? Bitte, es können doch nicht wirklich alle nur auf diesem Niveau leben! Dazu kann ich übrigens nur empfehlen: FernsehKritik.TV, zu finden unter eben dieser Adresse. Ich habe mich in den letzten Wochen durch alle bisher erschienenen Episoden gekämpft und bereue davon keine einzige – es lohnt sich! Jedenfalls für Nörgler und Schwarzseher wie ich einer bin. Oh, Verzeihung – Maximal-Pigmentiert-Seher, meine ich natürlich.

Apropos: Ich bin definitiv kein Rassist, ich bin eigentlich sehr tolerant – aber mich nerven (vielleicht gerade deswegen) die unzähligen Details, die angeblich rassistisch sind. So viele der Dinge, die ich von mir gebe, werden als rassistisch, rechts, diskriminierend oder „Darüber-macht-man-keine-Witze“-unlustig befunden, weil offenbar niemand checkt, wie sinnlos all diese ‚Richtlinien‘ sind! Also eine kleine Anmerkung: Wenn ich etwas schreibe und dabei von einem „dreckigen behinderten Judenneger“ schreibe, dann ist das EIN GAG, der NICHT ERNST gemeint ist und WEDER RECHTS NOCH RASSISTISCH verstanden werden soll. Schließlich schreibe ich so was über alle, und da wäre es doch gerade diskriminierend, wenn ich nur über speziell diese Gruppen nicht schreiben würde. Ich meine, wie soll ich das denn bitteschön verstehen? „Nein, über Juden darf man als Deutscher keine Witze machen.“ – Warum denn nicht? Ist dieser Satz vielleicht die freundlich ausgedrückte Version von „Dieses parasitäre Judenvolk ist es nicht wert, von arischen Deutschen karikiert  zu werden“?! Also bitte – ich schließe mich dem nicht an. In meinen Augen sind alle gleich und werden daher auch gleich behandelt. Das ist weder tolerant noch intolerant – das ist einfach nur fair. So viel dazu. Oh, wartet – einen hab ich noch: Wie darf man LeutemitdunklerHautfarbe denn politisch korrekt nennen? Ich denke mal, dass „Schwarzer“ noch im Rahmen ist. Jetzt übersetzen wir schwarz mal eben ins Lateinische: „Niger“. Na, geschockt und angewidert? Nein, keine Beleidigung – sondern die hohe Sprache der Gebildeten. Also so viel dazu…

Aber nun zurück zum Thema: — Ach ja, ich hatte ja noch gar keins. Also wenn ich gerade sehe, wie viel ich schon geschrieben habe, denke ich: Geht doch eigentlich. War diesmal vielleicht etwas ernster und nachdenklicher (na ja) als sonst, aber etwas Niveau darf schon sein – ich bin ja nicht RTL. Nun denn: Seht euch die FernsehKritik.TV-Folgen an und freut euch (?!) auf weitere Newsletter, die ab jetzt wieder [un]regelmäßig erscheinen werden. Demnächst werden dann wieder einige Best-Ofs folgen – unter anderem mit Uri Geller und Thomas Hornauer – und vielleicht mal wieder etwas Klassisches mit viel Bildern und Videos. Bis dahin gilt – wie lange hab ich das nicht mehr geschrieben –

Viel Spaß noch im Leben!