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Jun 23

Buchweizen-Lasagne gefüllt mit Zucchini-Pesto und Tomaten ~~~~~~~~~~~~~~~~~~sowie~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ein Mini-Omelette mit grünem Spargel und Hoisin-Seitan an Karotten-Kokossauce

Posted on Montag, Juni 23, 2014 in Newsletter

 

Pfui.

 

Meine sehr verehrten Damen und Herren.

 

Folgender Beitrag widmet sich einem Thema, das ich zwar bereits oft angeschnitten, jedoch nie… ‘seriös’ ausführlich behandelt habe. Neben allerlei absurden Kurzgeschichten kommt es ja hin und wieder vor, dass ich meine persönlichen Ansichten zu speziellen Themen wie etwa Apple oder Facebook erkläre und ein wenig gegen den allgemein gewohnten Ton spreche. Also nicht, dass ich jetzt groß auf Rebell mache oder so, aber es gibt eben Themen, die aktuell mehr oder weniger groß diskutiert werden, und manchmal juckt es mich dann doch, meine Sicht auf diese Dinge nicht nur im persönlichen Gespräch mit engen Bekannten, sondern auch mal im etwas größeren Rahmen zu äußern. (Wobei es übrigens bemerkenswert ist, dass die Zugriffe auf meine Videos deutlich unter denen der Texte liegen. Schade eigentlich, aber ich mache das ja eh primär für mich selbst – und daher ist mir das ziemlich egal. Wollte es nur mal loswerden.)

 


Ich empfehle übrigens, diesen Beitrag in der “richtigen” Fassung zu genießen – als Video. Es bietet sich diesmal einfach an und dieser Text hier ist eigentlich eher nur ein Script für den Videobeitrag: [Buchweizenlasagne - YouTube]


 

Doch ich verliere den Faden. Themen, die zur Zeit häufig diskutiert werden. Wer mich kennt und aufgepasst hat, kann sich natürlich schon denken, worum es geht – ein Thema, das mich persönlich sehr betrifft und über das ich mich gerne echauffiere. Aber warum bisher kein Text darüber? Warum immer nur am Rande? Nun, genau dieser Frage wird auch an einer Stelle im folgenden Beitrag eingegangen und daher spoilere ich hier die Antwort nicht. Stichwort: “The End is nigh”. Aber dazu später mehr.

Natürlich kann ich eine Diskussion schwerlich alleine führen, daher rede ich heute mit Verstärkung. Mir zur Hilfe steht ein wundervoller Mensch, vielleicht mein bester Freund, und derjenige, dem ich alleine mein ganzes Vertrauen schenke: Der Vergangenheits-Carsten.

 

Hi:)

 

Schön, dich wiederzusehen. Nette Frisur. Also: Wir beide haben ein kleines Gespräch vorbereitet. Mir ist nämlich im Lauf der Jahre aufgefallen, dass immer wieder die gleichen Argumente benutzt werden – und die meisten davon halt einfach Blödsinn sind. Deshalb also nun ein kleiner Dialog. Ich muss fairer Weise zugeben: Vergangenheits-Carsten hatte die ursprüngliche Idee und hat auch tatsächlich den gesamten Text geschrieben – aber trotzdem spielt er die Gegenseite. Aber das macht er bestimmt gerne.   Tun wir mal so, als würden wir uns in einem Restaurant begegnen. Ist aber für das Gespräch total irrelevant. Also, da sitze ich nun und kaue auf meinem Fleisch herum, als plötzlich dieser Kerl ankommt.

 

~  

 

[Kritischer Blick. Blick demonstrativ auf meinen Teller, demonstrativ kritisch und vorwurfsvoll auf mich. Das Spektakel wiederholt sich mehrfach, weil ich nicht darauf reagiere.]  

Kann ich… vielleicht irgendw….

 

Ich musste leider feststellen, dass Sie AAS fressen. Ob Sie das vielleicht an meinem Tisch unterlassen.

 

[Die Hände bewegen sich in Richtung meines Gesichts. Die Finger werden gespreizt und an die Stirn gelegt. Ich seufze.]  

*seufffzzzz*

 

Entschuldigen Sie bitte, aber ich finde das sehr unappetitlich. Was würden sie denn sagen, wenn ich…

 

GANZ EGAL, was jetzt für ein Vergleich kommt – er ist absurd, völlig aus dem Zusammenhang gerissen und dermaßen dämlich, dass es eigentlich zu peinlich sein sollte, ihn freiwillig auszusprechen. Also lass ihn bitte stecken.  

 

Das ist ja mal wieder typisch. Kaum, dass man eine ernsthafte Diskussion beginnen möchte, gebt ihr euch gleich wieder verschlossen und versteckt euch hinter der Maske der Lächerlichkeit! Würdet ihr euch mal ausführlich damit befassen und es nicht gleich ins Lächerliche ziehen, würde sich einiges ändern!  

 

Mit Sicherheit. Tja, unglücklicherweise bist du an mich geraten – lass uns diskutieren!   Wie jetzt?   Na, so halt. Fang halt mal an und bring das typische erste Argument mit den toten Tieren.

 

Sehen Sie? Genau das meine ich. … Also wissen Sie, was typisch ist? Diese Einstellung! “Das typische Argument mit den toten Tieren”. Das zeigt doch genau, wie ihr die ganze Sache seht! Für euch sind Tiere einfach nur…

 

[Carsten schreibt etwas auf einen Zettel] M-hm.

 

Was schreiben Sie da?

 

Nicht so wichtig. Nur weiter.

 

Also, ich… Sie… ach ja, genau: Ihr denkt gar nicht darüber nach, was mit den armen Tieren passiert! Man muss sich das erst mal vor Augen halten: Das sind LEBEWESEN, die EINFACH NUR gezüchtet werden, um sie dann wieder zu ERMORDEN! Völlig unnötiger Weise! Mit diesem Gedanken im Hinterkopf kann man doch gar nicht anders, als sich vom westlich geprägten, kapitalistischen Fleischkonsum abzuwenden!

 

Ähm… doch, kann man. Indem man diesen Gedanken einfach nicht hat. Oder: Indem man diesen Gedanken sehr wohl hat, aber ihn einfach ob der Tatsache ignoriert, dass wir nunmal Fleischfresser sind. Ist halt so – Reißzähne, war schon immer so, gibt solche und solche und wir sind es eben so? Ich glaube nicht, dass sich ein Löwe Gedanken darüber macht, ob…  

 

Ein Löwe hat nicht die Wahl! Hätte er denn die Möglichkeit, sich auch vegan zu ernähren, ….  

 

…würde er das ganz bestimmt machen, ja. Weil es ja da, wo er lebt, keinerlei Möglichkeiten für vegane Ernährung gibt und er nur zum Fleischfressen gezwungen wird. Aber selbst wenn: Lass mal einem Löwen im Zoo zwei Wochen lang nur Obst und Gemüse hinlegen, und dann am fünfzehnten Tag wieder einen Haufen Obst, aber nebendran einen Haufen Fleisch. Ich bin mir sicher, der Löwe wird dann ehrfürchtig zum Grünzeug pilgern, ein kurzes Tischgebet sprechen und das Fleisch mit missbilligendem Blick zur Seite schieben. Davon bin ich überzeugt.  

 

Ja, aber… Aber nur aus Gewohnheit! Würde man den Löwen von Geburt an dazu erziehen, sich fleischlos zu ernähren, oder würde man ihm nach zwei Wochen eben nicht wieder Fleisch vorsetzen, dann…

 

…dann würde man ihn unter Zwang und aus Mangel an Möglichkeiten dazu zwingen, sich vegetarisch zu ernähren – weil er lieber Pflanzen futtert statt jämmerlich zu verhungern. Ja, da stimme ich zu. Ich sehe jetzt aber nicht wirklich, wie da mein Argument widerlegt wird.  

 

Es macht Ihnen also überhaupt nichts aus, dass für ihren Konsum Tiere ermordet werden? Würden Sie denn Ihr Haustier fressen?

 

HA-HAAAAAAA, BITCH!  

(hält triumphierend die zuvor geschriebene Notiz in die Höhe, auf der “Haustiervergleich” zu lesen ist)  

Ich wusste es! Es kommt jedes Mal! Je-des Mal.

 

Ich kann da jetzt den Witz nicht verstehen.

 

Dir fehlt eindeutig Fleisch. Also: Die übliche Antwort wäre jetzt die Definition von Haustieren gegenüber der von Nutztieren. Aber da ja unglücklicherweise strenge Fakten oder explizite Definitionen bei solchen Diskussionen lange nicht so wirkungsvoll sind wie simple und einfach gestrickte Vergleiche, frage ich zurück: Würden Sie denn Ihre Zimmerpflanzen fressen?

 

Was ist denn das für eine blödsinnige Frage? Natürlich nicht.  

 

…weil?  

 

Na, weil ich Zimmerpflanzen zur Dekoration nutze. Für die Atmosphäre im Raum. Für die Nähe zur Natur. Und für Nahrungsmittel, die ich nicht käuflich erwerbe, habe ich in meinem Garten extra ein kleines Beet angelegt, in dem ich…  

 

Siehst du?

 

Was, bitte, sehe ich?

 

Nutzpflanzen und Hauspflanzen. Ganz genau das selbe. Na ja, das gleiche.  

 

Also das sehe ich nicht so. Das Anbauen von Pflanzen kann man ja wohl in keiner Weise mit der herzlosen Massenzucht von…  

 

Doch. Natürlich siehst du das nicht so. Lass mich dir als kurzen Exkurs das Problem mit Metaphern und Vergleichen erklären: Möchtest du jemandem etwas erläutern oder beibringen, sind Metaphern toll. Denn sie stellen einen komplett anderen, aber einleuchtenden Sachverhalt dar, der aber im Kern einen ähnlichen oder gar identischen Faktor hat. Damit versteht dein Gesprächspartner, der ja diesen Kern kapieren möchte, was du meinst. Er konzentriert sich auf die Gemeinsamkeiten. Befindet man sich jedoch in einer Diskussion und möchte einem Gesprächsgegner etwas erklären, sollte man keine Metaphern oder Vergleiche benutzen. In diesem Fall nämlich wird die Gegenseite den gemeinsamen Kern unter den Tisch kehren und sich stattdessen nur auf die Unterschiede zwischen reellem Beispiel und der Metapher konzentrieren, um diese als unpassend und falsch darzustellen. Aus diesem Grund also sind Vergleiche in unserem Gespräch echt nicht angebracht. Das Problem ist allerdings, dass ihr das nicht wisst – ihr bedient euch brav aus beiden Welten: Wollt ihr darstellen, wie schlimm unser Lebensstil ist, wird verglichen und übertragen und drauf bezogen — aber wenn wir das dann als Gegenargument ebenfalls so machen, kommt gleich: “Mimimi, das ist aber was ganz anderes!”  

 

Aber…

 

Nix aber. Genau so ist es. Wenn du mich also fragst, ob ich mein Haustier essen würde, ist das der exakt identische Sachverhalt, als würdest du als Vorspeise den Inhalt deiner Vase reinkippen. Wobei, so identisch ist das gar nicht mal: Im Gegensatz zu Hunden und Katzen, die in unserer Gesellschaft eher nicht gegessen werden, werden Rosen in Marzipan oder Orchideen in Vanille durchaus verwendet. So gesehen ist die Vorstellung, dass du deine Fensterbank leer frisst, sogar realistischer, als dass unsereins sein Haustier schlachtet. Was für eine dämliche Frage. Absolut typischer unkompetenter BILD-Niveau Scheiß.  

 

Also, wir wollen doch höflich und sachlich bleiben! Um noch mal zurück zu dem Löwen zu kommen. Dieses Tier hat vielleicht keinen ausreichenden Intellekt, um die Gesamtsituation zu erkennen. Könnte sein Verstand ausreichend verstehen, wie falsch Mord und Assfraß sind, würde er gut und gerne darauf verzichten. Fleischkonsum ist einfach nicht notwendig, man kann sich auf so viele andere Arten ernähren und verpasst nichts. Hat man denn erst die Wahl, etwas besser zu machen, dann tut man das auch. Ich zum Beispiel brauche so etwas nicht.

 

(seufzt) Das Verzichtsargument. Na gut, nächster Punkt der Standarddiskussion.

 

Was soll denn das jetzt schon wieder heißen? Standarddiskussion?

 

Das soll heißen, dass euch einfach nichts neues einfällt. Ihr seid wie Apple-Jünger! “Es funktioniert einfach und es gibt keine Viren”. Seit Jahrzehnten die gleiche Handvoll Argumente, die längst alle widerlegt und abgestempelt sind. Bekommt man eigentlich, wenn man zum Vegetarier wird, automatisch das Buch “Fünf Argumente, mit denen man auf jeder Party zur Spaßbremse wird” zugeschickt?  

 

Das ist nicht sachlich.

 

Oho, Verzeihung. Ich wollte es nur auch mal auf eure Art probieren. Also gut, das Verzichtsargument. ich habe da sogar tatsächlich schon mal was drüber geschrieben, einen Moment…..

(kramt ein Tablet hervor und blättert kurz ein wenig herum)  

…da ist es ja, Ättentschn Hoa. Ich zitiere:  

“In diesem Augenblick fällt mir dazu übrigens auch der Veganer-Mönch ein. Es gibt zahlreiche Varianten von sich fleischlos ernährenden Menschen – jeder mit seinen eigenen Gründen. Schmeckt nicht? Alles klar. Allergie? Sowieso. Ich mag die lieben Tiere? Na ja, also von mir aus. Aber. Aber solche, die das folgende Argument bringen, die kann ich wirklich nicht ernst nehmen: “Ich verzichte auf Fleisch (und schlimmstenfalls sogar sämtliche tierischen Produkte), weil man das nicht braucht. Früher vielleicht mal, aber in der heutigen Gesellschaft gibt es genügend Alternativen und es ist nicht mehr notwendig, Tiere zu schlachten oder auszunutzen.” Dieses Argument – klingt durchaus sinnvoll. Außer, man liest es auf Facebook mit der Anmerkung “gesendet via iPhone”. Also, mal ein verdeutlichendes Beispiel: Wenn du, lieber Veganer, ein Mönch wirst. Alle deine irdischen Güter ablegst. In einem Kloster lebst, allein in Arbeit und Gebet. Wasser und Brot deine Nahrung sind. Dann – und nur dann – würde ich dir dieses Argument gelten lassen. Ich würde dich sogar loben, für dein Durchhaltevermögen – du versuchst wirklich, etwas zu ändern. Aber die Leute, die mir dieses Argument vortragen, leben nicht im Kloster. Nein, sie leben hier in der Großstadt. Ich treffe sie morgens in der Bahn, wie sie auf ihrem Smartphone Online-Spiele spielen und sich Fotos von Katzenbabies ansehen. Sehe ich sie mir an, sehe ich Adidas-Schuhe und Hollister-Kleidung. Eine modische Brille und gefärbte Haare. Alles das gehört für sie als fester Bestandteil zum Leben dazu. 5000 Luxusgüter begleiten sie durch jeden Tag – aber eines davon, das Fleisch – nein, also das braucht ja nun wirklich niemand mehr heutzutage. Ja, das klingt für mich nach einem logischen Argument.”  

Fertig. Sachlicher Kommentar?

 

Das ist etwas ganz anderes.

 

Womit wir wieder bei leeren Floskeln ohne eigene Argumente wären. Herzlichen Glückwunsch.

 

Sie haben das veröffentlicht.  

 

Japp. Für eine bessere Welt.

 

Dann kann ich wohl auch davon ausgehen, dass Sie in Ihrer zerstörerischen Propagandamaschine ebenfalls über dieses Gespräch schreiben werden?  

 

Hehe, aber sowas von. Wobei ich tatsächlich noch nie ausführlich über dieses Thema geschrieben habe. Sollte ich vielleicht mal machen…

 

Sollten Sie eher nicht. Es ist gut, dass Sie doch noch genug Moralbewusstsein empfinden, dass Ihnen – vielleicht unbewusst – Einhalt geboten hat, solche schädigenden Tendenzen noch weiter zu verbreiten.

 

Whut?! “Moralbewusstsein”? Boah, bist du an der falschen Adresse! Nein, die Gründe liegen ganz woanders: Es ist einfach ein Thema ohne jede Relevanz! Ich schreibe über aktuelle kulturelle Ereignisse, über irrwitzige religiöse Ansichten oder Theorien und über meine persönlichen Weltherrschaftsfantasien – aber doch nicht über Vegetarismus! Das ist ein dermaßen irrelevantes Thema, dass einfach kein Bedarf nach Diskussionen besteht! Wer redet denn darüber? Nur ein paar Ökos, die sich öffentlich darüber aufregen, um mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. Natürlich debattiert man nicht darüber, ich meine: Wenn ich durch die Fußgängerzone laufe und da steht so ein bärtiger Kerl mit einem großen Schild: “Das Ende ist nah! Der Sonnendämon wird die Erde verschlingen!”, dann gehe ich doch auch nicht zu dem Kerl hin und beginne eine ernsthafte Diskussion darüber, wie er darauf kommt und was dahinter steckt! Nein, man schüttelt kurz den Kopf, geht weiter und hat ihn wieder vergessen. Weil man einfach weiß: Der Kerl spinnt, der hatte bestimmt seine große Erleuchtung und muss sie nun allen anderen mitteilen, aber das gibt ihm trotzdem keine Relevanz. Es ist bestenfalls ein Trend, eine Modeerscheinung.  

 

Ich muss doch sehr bitten! Ein “Trend” hat nichts mit einem überlegenen, bewussteren und zukunftsweisenden Lebensstil zu tun!  

 

“Überlegen, bewusst und zukunftsweisend”. Das passt ironischerweise tatsächlich ziemlich gut zu einem Trend. Also pass mal auf: Ich hab eine neuartige Mütze an. Diese Mütze sieht so dämlich aus, dass mich alle auslachen. Aber dann erzähle ich ihnen, dass die so ein ganz großer Designer entworfen hat und was da so alles dahinter steht und so. Und, dass sie sau teuer war. Das ändert zwar alles nichts an der Lächerlichkeit, aber plötzlich hat noch jemand anderes diese Mütze. Und mehr und mehr und mehr. Gut, zugegeben: Ich schwanke hier etwas zwischen “Trend” und “Markenwahn”, aber trotzdem sind die Parallelen doch auffallend: Genauso wie Bio-Produkte und vegane Restaurants sind das doch einfach nur Marken! Du bekommst für gewöhnlich die gleiche oder sogar schlechtere Qualität eines alltäglichen Produktes für viel höhere Preise, und der einzige Vorteil ist, dass du damit angeben kannst, dieser Marke hörig zu sein. Also ob jetzt jemand hochnäsig sein neues iPhone und dazugehörig die grottenschlechten beats-Kopfhörer präsentiert, oder ob mir jemand anderes sein verschrumpeltes, mickriges und geschmacksarmes Bio-Obst vorkaut, ist doch im Grunde genommen genau das gleiche. Und das gilt natürlich dann auch für Leute wie dich, die mit ihrem Fleischfrei-Lebensstil angeben und andere von dem angeblichen Mehrwert überzeugen wollen – oder sich eben einfach nur arrogant für etwas besseres halten. Wie hattest du es noch gleich ausgedrückt? “Überlegen, bewusst und zukunftsweisend”. Jupp, genau so.  

 

(beginnt zu weinen)  

 

Das ist jetzt übertrieben.

 

(beendet Weinen und schaut grimmig)

 

Noch ein Argument? Vielleicht den Umweltschutz, weil Tierzucht mehr Wasser verbraucht als Pflanzenanbau? Oder das mehr Fleisch gleich mehr Kühe gleich mehr Methan gleich größeres Ozonloch ist? Ooooooder….. dass man als Veganer keine großen Auswahlprobleme beim Essen hat?  

 

Leck mich.

(steht auf und geht)

 

~

 

Schöner wäre natürlich das Ende gewesen, dass sich der vegane Öko-Hippie seiner selbst bewusst wird und mit euphorischem Grinsen beginnt, Fleisch zu verzehren – aber so läuft das nun mal nicht. Solche Menschen kann man nicht mehr ändern – das ist wie religiöser Fanatismus: Wer sich ein Mal dem Absurden verschrieben hat, bleibt dabei. Uns selbst, wenn nicht: Aus Scham und Stolz würde man seine Fehler auch niemals eingestehen. So läuft das leider. Ich versuche ja auch gar nicht, Leute davon abzubringen. Wie im Gespräch erläutert bin sehe ich mich nicht als “Mensch auf einer Mission”, um andere von meinen Ansichten zu überzeugen. Sowas machen nur Leute mit bescheuerten Ansichten, wie zum Beispiel der Kerl in der Fußgängerzone oder eben Vegetarier aus moralischer Überzeugung. Oder Studenten. Pfui bah.

Alles in Allem – ist doch egal. Jeder soll so leben, wie es ihm gefällt, und anderen nicht mit seinen Ansichten auf die Nerven gehen. Tu was, lass was, mach was, sach was. Am Ende bleibt eh nur der kalte Sarg, ganz gleich, wie man sich verhalten hat. Und wenn man dann drin liegt, macht man sich auch keine Gedanken mehr über die Umwelt oder seine Nachkommen.

Seht es ein: Was immer wir auch tun,

wir werden alle sterben.